Der beste Bruder der Welt – Manege frei für Candace

Manege frei für Candace

Das Paar fuhr in Schweigen durch die Stadt. Keiner der beiden war in der Gefühlslage zu sprechen, beide auf ihre Art enttäuscht. Die Musik aus dem Radio drang ungehört an ihre Ohren. Ihre Gedanken waren wie Puzzleteile, zwei Seiten der gleichen Ereignisse. Die Schwarzhaarige hatte den Blick streng auf die Straße gerichtet, während der junge Mann neben ihr aus dem Fenster schaute. In seinen Augen Leere. Er sah sich wieder in diesem verfluchten Badezimmer sitzen, schmeckte Enttäuschung und Wut. Er hatte masturbiert. Es war verdammt schnell gegangen. Isabella hatte erst geklopft, da waren seine Hände bereits gewaschen und die Realität über ihn hineingebrochen.
  Phineas dachte an das Gespräch danach. Sein Versuch ihr seine Reaktion zu erklären, war kläglich gewesen. Wie hatte sie glauben können, er wisse, dass sie ihre Tage habe? Eine gute Kommunikation war doch der Schlüssel einer Beziehung! Und dennoch: Er hatte nicht weglaufen wollen. Sie hätten doch alles tun können, nur nicht das Eine und er hatte diese Gelegenheit weggeworfen. Eigentlich wollte er ihr das Ganze nicht vorhalten, er war niemand, der nachtragend war, aber er tat es. Obwohl Isabella zugegeben hatte, aus Nervosität gehandelt zu haben und trotz der Tatsache, dass es ihre erste Periode überhaupt war und er sich kaum vorstellen konnte, welche Unsicherheit dies hinterließ.
  Er fürchtete sich, sie anzusehen, wollte nicht mit ihrer Enttäuschung konfrontiert werden, wollte nicht, dass sie die Reste seiner Wut sah. Lange hatten sie nebeneinandergelegen diese Nacht. Beide dem anderen vortäuschend, dass sie schlafen würden und doch bei vollem Bewusstsein, dass sie es nicht konnten. Natürlich waren sie nicht im Streit ins Bett gegangen, Isabella würde das nie zulassen. Eigentlich hätte es gut sein können. Sie hatten sich ausgesprochen, ihre Gefühle klar gemacht, sich umarmt und versöhnt. Aber es war nicht gut. Phineas spürte, dass seine Freundin nachdachte, er konnte ihre Zweifel beinah physisch im Raum sehen.
  Die Nummer hatte er behalten. Der Zettel schien in seiner Hosentasche zu glühen und egal wie er sich hinsetzte spürte er das Papier. Ein unsichtbares Gewicht. Er musste noch vorsichtiger sein, wenn er weiter das tun wollte, was er beschlossen hatte. Leider war er gerade kaum in der Lage, sich selbst unter Kontrolle zu halten. Der Alkohol hatte seinen Fußabdruck tief in Phineas‘ Eingeweiden hinterlassen. Er musste immer wieder die Augen schließen, um nicht von Übelkeit und Schwindel übermannt zu werden. Sein Mund fühlte sich ausgetrocknet an, egal wie viel Wasser er trank und er war entsetzlich müde.
  Phineas war so froh dem stickigen Haus mit seinem Geruch nach süßen Säften, Schweiß und abgestandenem Bier, entkommen zu sein. Er fragte sich wie all die leckeren Dinge am Abend so verführerisch und nur wenige Stunden später so ekelerregend sein konnten. Sein Bauch grummelte laut, sodass er die Arme darauf presste.

Bald fuhren sie in den Maple Drive ein. Isabella hielt vor dem Van Stomm Haus und ließ Phineas aussteigen. Normalerweise kam sie kurz mit raus, um ihn richtig zu verabschieden, doch heute strich sie ihm nur sanft über die Schulter.
  „Wir sehen uns Montag.“
  „Ein schönes Wochenende“, rief Phineas ihr hinterher, nachdem er seine Tasche aus dem Kofferraum genommen hatte.
  Es war normal, dass Isabella selbst an den Wochenenden verplant war. Samstag abends musste sie oft im Restaurant aushelfen und jeden Sonntag war Brunch mit den Mädels. Danach arbeite sie an ihren Projekten und fand nur circa jede dritte Woche Zeit für einen Besuch. Ehrlich gesagt war Phineas froh darüber. Das einzige, was er im Moment wollte waren ein paar ruhige Tage, in denen er den verlorenen Schlaf nachholen und seine Kräfte regenerieren konnte.
  Die Tasche geschultert lief er den Rest des Weges, damit es ja so aussah, als käme er von Buford. Ihm geht es bestimmt ähnlich schlecht. Jeder Schritt war ein ungewohnter Kraftaufwand und der eigentlich kurze Weg schien ewig zu sein. Erschöpft stieß der Teenager die Haustür auf, mit der Absicht unbemerkt in seinem Zimmer zu verschwinden. Er wurde allerdings daran gehindert. Ein roter Wirbelwind kam auf ihn zu und fegte ihn fast von den Beinen. Ein schrilles „Überraschung“ war zu hören, ihm wurde kurz die Luft aus den Lungen gepresst und als er blinzelnd in den Raum blickte, sah er seine Schwester grinsend dastehen.
  „Candace!“ Er schaffte es, sich ein breites Grinsen abzuringen.
  „Ist das nicht toll? Candace hat frei und beschlossen uns zu besuchen.“ Seine Eltern kamen aus der Küche. Linda strahlte ehrliche Freude aus.
  „Ich bring nur schnell die Sachen nach oben.“ Phineas gab sich große Mühe, mit sicheren Schritten die Treppe hochzugehen, aber vor den Adleraugen seiner Schwester blieb nichts verborgen.
  „Phineas, bist du etwa verkatert?“, rief sie. Er konnte die nächsten Worte fast hören, formte sie schon mit seinen Lippen, doch stattdessen klopfte sie ihm auf die Schulter und lachte. „Dagegen habt ihr noch nichts erfunden, was?“ Manchmal vergaß er, dass sie jetzt erwachsen war.
  Er schleppte sich die Stufen hoch und schmiss die Tasche vors Bett. Gott, ihm war schlecht. Auch wenn seine Familie unten wartete, entschied er sich duschen zu gehen. Die Reste der Party wuschen sich binnen Sekunden ab und bald fühlte er sich halbwegs wiederhergestellt. Das Badezimmer war mit heißem Dampf gefüllt, in den Phineas nun hineintrat. Mit dem Handtuch wischte er den beschlagenen Spiegel frei und sah in das Antlitz eines blassen Teenagers, dessen Wangen durch die Wärme gerötet waren. Das bin nun also ich, dachte er in die eigenen freudlosen Augen blickend. Er hörte Isabellas Stimme, die ihm Komplimente zu seinen Sommersprossen machte oder die angebliche Niedlichkeit seiner Nasenspitze betonte. Solche Dinge sagte sie oft, aber Phineas konnte es kaum nachvollziehen. Es war ihm schon immer schwergefallen, zu verstehen was sie an ihm fand. Das Einzige, was er sah, war einen verwirrten junger Mann, der auf der Schwelle des Zusammenbruchs stand. Noch hielt er sich, im Glauben nur warten zu müssen, eine Entscheidung bald treffen zu können.
  Seltsamerweise müder als zuvor legte er schrittweise seine Kleidung an. Er musste an Ferbs Shirt denken, das er in der nicht ausgepackten Tasche hatte. Im Zimmer suchte er es heraus und presste den Stoff an seine Brust. Bevor er die restlichen Kleidungsstücke in die Wäsche gab, versteckte er das T-Shirt wie einen Schatz am hinteren Ende seiner Kommode. Mehrmals fragte er sich wieso er das tat, doch er fand keine Antwort darauf, außer einem deutlichen Gefühl, dass er es wie es war, aufbewahren musste.
  Mit feuchtem Haar kehrte er zu den anderen zurück. Seine Familie saß bei frisch gebackenen Cookies am Esstisch. Nur Ferb war nicht in Sicht. Candace strahlte über beide Ohren. Sie sah so reif aus mit dem wellig fallenden Haar und dem dezenten Make-Up.
  „Endlich“, sagte sie, als sie Phineas kommen sah. Ihr lag offenbar etwas auf der Zunge, das kurz davor war herauszuplatzen, so unruhig wie sie auf dem Stuhl hin- und her rutschte.
  „Nun Candace, teil uns doch mit, was du zu sagen hast“, versuchte ihre Mutter, die aufgedrehte junge Frau zu beruhigen.
  „Ich hätte gerne die ganze Familie da.“ Sie blickte sich suchend nach dem Fehlenden um.
  „Hat Ferb irgendetwas zu dir gesagt, wo er hingeht?“, fragte sein Vater Phineas, dem bisher nicht klar gewesen war, dass sein Bruder überhaupt außer Haus war und nicht im Zimmer lag, um fehlenden Schlaf nachzuholen. Phineas antwortete mit zuckenden Schultern. Er nahm zwei Kekse und verschlang diese hungrig.
  So warteten sie eine halbe Stunde lang. Phineas erzählte kurz von der Party und seine Schwester berichtete von ihrem Studium. Es schien gut zu laufen. Obwohl sie und Jeremy zu verschiedenen Universitäten gingen, konnten sie sich häufig sehen. Candace betonte immer wieder, dass die 40 Minuten Fahrt es wert waren. So aufgeregt, wie sie war, überlegte Phineas, ob sie nicht ein Zusammenziehen ankündigen würde.
  „Und wie geht es Isabella?“ Innerlich zuckte er zusammen. Gerade hatte er mal nicht daran gedacht! Er schluckte das Stück in seinem Mund herunter und wollte Luft zum Reden holen, da hupte es draußen mehrmals.
  Gleichzeitig sprangen die Geschwister auf und hechteten zum Fenster. Vor dem Haus stand eine schwarze – man konnte es nicht anders ausdrücken – Schrottkare, die mit Rost überzogen war und gefährlich danach aussah, jeden Moment zusammenzufallen. Darin saß Ferb verlegen grinsend. Er parkte vor der Garage und stieg unter Beobachtung seiner ganzen Familie aus.
  „Mom, Mom, seit wann hat Ferb ein Auto?“ Candace klang wieder wie in alten Zeiten. Alle sahen sich fragend an.
  Ferb machte einen wesentlich fitteren Eindruck, einzig die Schatten unter den Augen waren Hinweise auf die letzte Nacht. Er schien sich nach oben verziehen zu wollen, nicht an Kommunikation interessiert, da platze es aus Candace heraus:
  „Jeremy hat mir einen Heiratsantrag gemacht!“ Eine Sekunde Stille folgte, in der sie nicht verstand, wieso die anderen sie nicht mit Umarmungen und Glückwünschen überhäuften.
  „Ich habe natürlich ja gesagt“, fügte sie vor Freude quiekend hinzu. Ihre Mutter war die erste, die Candace in die Arme schloss. Tränen standen ihr in den Augen. Lawrence erreichte sie einen Moment später, etwas davon murmelnd, wie schnell sie doch groß geworden war. Phineas und Ferb gesellten sich gleichzeitig dazu. Kurz trafen sich ihre Blicke und ihnen war klar, was der jeweils andere dachte: Sie freuten sich sehr, fürchteten aber zu viel Romantik nicht ertragen zu können. Als sich alle voneinander lösten und auf das Sofa fallenließen, plapperte die künftige Braut los: „Wir dachten an nächstes Jahr im Sommer, an dem Tag, an dem wir uns das erste Mal geküsst haben. Die Örtlichkeit wird auf jeden Fall Danville sein, vielleicht sogar im Garten unter einem Rosenbogen. Ich sehe bunte Lichter vor mir und Schmetterlinge. Oder der Strand, ganz romantisch bei Sonnenuntergang. Stacy wird natürlich Brautjungfer…“
  Phineas gähnte. Er konnte nicht mehr zuhören. Ferb und er konnten sicherlich helfen, immerhin hatten sie das bei Tante Tiana und Bob erfolgreich getan, jedoch machte Candace keine Pause, die lang genug war, um einen Vorschlag zu erlauben. Wow, Candace würde heiraten! Währenddessen verging für ihn kein Tag, an dem er nicht an seine Träume dachte, an dem er sich nicht Ferbs Nähe herbeiwünschte. Gingen seine Eltern davon aus, dass er und Isabella in ein paar Jahren ihre Verlobung bekanntgaben? Er versank in Gedanken. Dass seine Schwester ihre Schwärmereien wiederaufgenommen hatte, bekam er nur am Rande mit. Auf ihrem Smartphone zeigte sie Schnitte von Brautkleidern und verglich zahlreiche Weißtöne. Phineas registrierte kurz, dass ihr Vater die Treppe hochstieg. Wahrscheinlich würde er etwas arbeiten, solang Candace das Zimmer noch nicht als Gästeraum beschlagnahmte.
  „Woher hast du das Auto?“, wendete Phineas sich an Ferb, der abwesend neben ihm saß. Die Frage schien ihn aus dem Halbschlaf zu reißen. Er ist fast süß, wenn er müde ist, stellte Phineas fest, während er seinem Stiefbruder dabei zusah, wie er sich die Augen rieb.
  „Das habe ich von diesem Tony, dachte ich könnte es reparieren“, sagte er als hätte er nicht blind einem Fremden ein Auto abgekauft. Phineas lachte. Er liebte, wie einfach Ferb die Welt sah. War ich nicht vor Kurzem genauso? Wie schnell sich alles verändert hatte.
  „Willst du es sehen?“
  „Ferb, ich dachte du fragst nie!“ Er hatte ihm die Hand auf die Schulter gelegt. Eine ganz normale, natürliche Geste, die ihm keine Schmetterlinge durch den Körper jagen sollte.
  Draußen brach sofort ein Wasserfall an Ideen über ihn herein. Bevor er diese mitteilte, hatte Ferb irgendwoher einen Notizblock gezückt. Phineas begutachtete alles genau und sein Bruder schrieb eifrig mit. Erstmal würden sie die Schrottkarre wieder in ein Auto verwandeln, indem sie es von Grund auf überholten. Später wollten sie eine praktische Selbstfahrfunktion einbauen und Phineas plante extra für den anderen eine tiefergelegte Karosserie in dessen liebsten Farbton. Wenn sie keine Schule hätten, wäre das Ganze in zwei Tagen machbar, eher weniger. Die Aussicht wieder etwas mit den eigenen Händen schaffen zu können und das sogar zusammen mit Ferb, war die Beste seit Tagen. Er hätte ihm um den Hals fallen können.

Sie wurden zum Essen ins Haus gerufen. Irgendwie hatte ihre Mutter es geschafft, eine vollständige Mahlzeit zuzubereiten und das in unter einer Stunde und trotz Candace, die weiterhin ohne Punkt und Komma redete. Beim Essen stießen sie noch mehrfach auf die Verlobung an, allerdings nicht mit Alkohol. Langsam färbte die Vorfreude ab und erwärmte auch die verletzten Herzen der Teenager. Phineas hatte Isabella die guten Neuigkeiten geschrieben und erhielt soeben eine herzlich beglückwünschende Antwort von ihr. Ihre Freude wirkte real, dennoch war es, als stünde weiter etwas zwischen ihnen.
  „Und wann bekommen wir den glücklichen Mann zu Gesicht?“, fragte ihre Mutter, Pudding zum Nachtisch bringend.
  „Jeremy muss das Wochenende arbeiten und kommt am Montag, damit wie es Johnsons zusammen sagen können. Also behaltet es bis dahin für euch.“ Am Ende wurden ihre Worte warnend und ihr Blick verweilte etwas länger auf den Brüdern.
  Phineas fragte sich, ob es den beiden leichtgefallen war, all die Jahre zusammenzubleiben. Jeremy schien stets mit Leichtigkeit alle Fehler von Candace verzeihen zu können. Außerdem war es deutlich, dass er ihre Eigenheiten nicht nur akzeptierte, sondern liebte. Hatte Isabella überhaupt nervige Angewohnheiten? Sie wirkte stets so fehlerlos. Kein einziges Mal war sie zu ihm gekommen, um darüber zu klagen, wie schwer es war, dieses Leben zu managen. Sie tat es einfach. Vielleicht lag ihr größter Fehler schlicht darin, unsterblich in ihn verliebt zu sein. Wenn es um ihn ging, war sie blind. Deswegen hatte sie auch geglaubt, dass er von ihrer Periode wusste. Für sie war er einfach perfekt. Und war das nicht das Schönste Kompliment, welches einem jemand machen konnte? War er nicht irgendwie verpflichtet ihr das Beste zurückzugeben?
  Ein kurzer Schmerz ließ ihn zucken. Unbewusst hatte er die rechte Hand verkrampft zur Faust geballt, bis die lang gewordenen Nägel rote Abdrücke ins Fleisch gepresst hatten. Niemand hatte es gesehen. Alle hingen an den Lippen ihrer Mutter, die von Lawrence Heiratsantrag erzählte.
  „… und dann hat er versucht, einen Salto zu schlagen. Ich dachte schon wir müssten ins Krankenhaus fahren, doch plötzlich holt dieser am Boden liegende Mann einen Ring aus der Tasche“, schloss sie ihre Erzählung. Alle fielen in ein gemeinsames Lachen.
  „Wie hat Jeremy dich gefragt?“, hörte Phineas seine eigene Stimme.
  Candace Augen leuchteten. „Er hat mir ein Lied geschrieben. Vorher hat er gekocht und dann in einem Meer von Kerzen für mich gesungen. Den Ring hat er selbst gemacht, schau.“ Auf ihrem Finger steckte ein graziler Silberring, der mit einem rot glänzenden Stein geschmückt war.
  Entzückt rückte ihre Mutter näher. „Wie wunderschön!“ Phineas musste ihr Recht geben. Jeremys Handwerksküste konnten sich sehen lassen. Solch eine filigrane Arbeit erforderte viel Genauigkeit und Geduld.
  Nachdem der Nachtisch aufgegessen war, richtete sich Candace im Gästezimmer ein, was den Teenagern endlich Zeit gab, auszuruhen. Im stillen Einverständnis kuschelten sie sich nebeneinander in ihr altes gemeinsames Zimmer, in Ferbs Bett. Sie ließen über die Leinwand leise eine Serie laufen, die keiner der beiden wirklich schaute. Ferb scrollte gelangweilt durch die sozialen Medien. Phineas hingegen, der endlich nicht mehr das Gefühl hatte, sich jeden Moment übergeben zu müssen, wurde jetzt von Müdigkeit geplagt. Nach ein paar Minuten fielen ihm die Augen zu. Es waren gar nicht so sehr die nach Ferb duftenden Seidenkissen, es war vielmehr die tiefe Erschöpfung, die ihn in den Schlaf wiegte. Da er eher aufrecht auf dem Rücken lag, begann er schnell zu schnarchen.
  Er wusste nicht wie lange er geschlafen hatte, als er plötzlich aufschreckte. Hatte Ferb etwas gesagt? Benommen drehte er sich zu seinem Bruder, der wie ein Wahnsinniger auf das Handydisplay starrte. Phineas konnte Vanessa erkennen. Er musste blinzeln, um klarere Sicht zu bekommen. Sie hatte ein Bild hochgeladen, offensichtlich von einem Urlaub, weil sie im Bikini an einem Strand zu sehen war. Er hinterfragte gerade wieso Ferb sich das antat, da sah er das zweite Foto. Auf diesem stand Vanessa am selben Strand, nur dass sie die Hand eines braunhaarigen Mannes mit auffälligen Augenbrauen hielt und diesen verliebt ansah.
  „Monty“, stieß Ferb wütend aus, das Gesicht zu Eis erstarrt. Er sah so verletzt aus, so tief getroffen, dass er Phineas ignorierte.
  „Ich geh aus.“ Keine Emotionen lagen in seiner Stimme. Innerhalb von Sekunden hatte er sich eine Lederjacke übergeworfen und die Serie gestoppt. Er verließ den Raum, ohne noch einmal zu Phineas zu blicken.
  Dieser sah ihm nur hilflos hinterher. Es brach ihm das Herz, den anderen so am Boden zu sehen, doch er wusste, dass Ferb jetzt keine Begleitung zulassen würde. Was war nur los? Wie lange waren Vanessa und Ferb jetzt auseinander? Und sie fuhr direkt mit einem neuen Kerl in den Urlaub! Das hatte er nicht erwartet. Genauso wenig hatte er gedacht, dass Isabella ihn so ins Messer laufen lassen würde. Nichts verläuft mehr, wie es soll … Phineas wusste, dass er Ferb nicht davon abhalten konnte, seine Frustration in Alkohol zu ertränken. Ich kann nur versuchen ihn aufzufangen, wenn er fällt. Unruhig drehte er sich auf die Seite. Er zitterte vor Angst. Angst um Ferb, Angst um Isabella, Angst davor die Wahrheit über sich selbst herauszufinden.

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