Der beste Bruder der Welt – Unter dem Eichenbaum

Unter dem Eichenbaum

Ein dumpfer Aufprall. Was? Wo bin ich? Phineas hatte das Gefühl zu schweben, umhüllt von etwas Weichem. Und… Aua! Sein Kopf tat weh. Verwirrt blinzelte er in den dunklen Raum.
  „Ferb?“, entfuhr es ihm überrascht aus trockenem Mund. Dem Teenager wurde seine Situation gewahr. Er befand sich in den Armen seines Bruders und wurde wie eine Braut über die Schwelle getragen. Nur, dass es sich nicht um die Eingangstüre handelte, sondern um den schmalen Geheimdurchgang. Seine Augen begannen Einzelheiten der Umgebung wahrzunehmen. Zugleich reagierte seine Nase auf eine Mixtur aus scharfen Gerüchen. War das Schnaps? Rauch?
  Ferb war zusammengezuckt, als Phineas gesprochen hatte. Dennoch schaffte er es, seinen Bruder sicher im Bett abzulegen. Dieser warf einen erstaunten Blick auf die Uhr. Es war weit nach Mitternacht.
  „Bist du erst jetzt nach Hause gekommen?“
  Ferb nickte, als wäre es nichts. Phineas glaubte sogar, ein Grinsen erkennen zu können. Er rieb sich den Hinterkopf. „Aua! Hast du mich gegen den Türrahmen knallen lassen?“ Sein Bruder murmelte eine undeutliche Entschuldigung.
  „Wieso hast du mich überhaupt zurückgetragen? Du hättest mich wecken können.“, maulte er und machte das Licht an. Ein paar Sekunden war er geblendet, dann sah er seinen Bruder endlich deutlich vor sich stehen. Ferbs Haare waren komplett durcheinander und das weiße Hemd hatte mehrere Flecken. Die lila Krawatte, die er so gerne trug, lag geöffnet über den Schultern. Eine Hose hatte er keine an, sodass Phineas seine dunklen Boxershorts sehen konnte. Ferb rieb sich das Gesicht. „Dachte das sei besser“, sagte er mit einem Achselzucken.
  Phineas wunderte sich darüber, wie sehr der Grünhaarige die Augen zusammenkniff und wie schwer es ihm scheinbar fiel, etwas zu fokussieren. Er war eigentlich viel zu müde, um schockiert zu sein, allerdings hatte er Ferb noch nie so gesehen. Was sein Herz aber wirklich in Hochtouren versetzte und ihn hellwach machte, war seine verfluchte Vorstellungskraft. Er wollte nicht darüber nachdenken, wie Ferb jetzt auf einen Kuss reagieren würde! Und er wollte auch nicht wissen, ob er sich im Bett an ihn gekuschelt hätte.
  „Bist du betrunken?“, fragte er stattdessen.
  Ferb grinste frech. Würde er sich morgen überhaupt an das hier erinnern? Phineas wollte nicht urteilen. Wahrscheinlich hatte sein Bruder tatsächlich den Abend mit Vanessa verbracht. Es verwunderte ihn nicht, dass der Altersunterschied dazu führte, dass Ferb mittrank. Er traute ihm zu, seine Grenzen zu kennen und nichts aus dem Ruder laufen zu lassen. Allerdings war er ganz schön hart gegen die Wand geknallt, er spürte schon die Beule.
  „Dann geh mal besser schlafen. Und vergiss nicht viel Wasser zu trinken.“
  „Jawohl, Sir“, sagte Ferb scherzend. Er salutierte und Phineas hörte ihn, als er schon in seinem Zimmer war, noch darüber lachen.
  Wie sollte er jetzt wieder einschlafen? War ihm nicht einmal eine gute Nacht gegönnt? Ob es wohl ein Fehler gewesen war, zu versuchen in Ferbs Bett zu liegen – erneut? Dass dieser ihn hierher zurückgebracht hatte, konnte genau zwei Dinge bedeuten: Erstens, dass ihn sein Beisein störte oder dass er möglicherweise dachte, er würde im eigenen Bett mehr Ruhe bekommen. Natürlich wünschte sich Phineas, dass Ferb ihn aus Sorge hergetragen hatte, doch er konnte nicht anders, als sich abgewiesen zu fühlen. Wo war die Zeit geblieben, in der sie sich ohne Worte verstanden hatten?
  Die Angst davor zu träumen kehrte zurück, aber gleichzeitig machte sich ein anderes Gefühl breit. Er musste dringend zur Toilette. Von dort zurück, rannte Ferb in ihn hinein. Phineas hatte keine Schritte gehört, fand sich jedoch plötzlich direkt vor dessen Brust wieder. Er konnte sich knapp auf den Beinen halten, aber sein Stiefbruder hatte mehr Probleme mit dem Gleichgewicht. Schwankend griff dieser nach dem ersten, das er zu fassen bekam, Phineas‘ Schlafanzug, und zog ihn so mit, dem Boden entgegen. Er landete auf Ferb, schaffte es jedoch, den Sturz mit den Händen abzufangen. Ungewollt war er Ferbs Leistengegend sehr nah gekommen.
  Traumbilder huschten durch seinen Kopf und er war erleichtert, dass man in der Dunkelheit – denn niemand hatte das Licht angeschaltet, da sie beide den Weg so gut kannten – nicht sehen konnte, wie er errötete. Schnell war er wieder auf den Beinen.
  „Brauchst du Hilfe?“ Er hatte den Eindruck, dass der andere härter aufgekommen war und versuchte ihn hochzuziehen. Ferb hingegen schien etwas die Orientierung verloren zu haben. Wie ein voller Getreidesack fiel er zurück, nachdem Phineas kurz nachgab. Auf dem Rücken blieb er liegen und kicherte.
  „Hast du dich jemals gefragt, welche Namen Haustiere uns wohl geben würden?“
  „Findest du es nicht etwas spät dafür?“
  „Fa-aalsch!“ rief Ferb so laut, dass Phineas Angst hatte ihre Eltern würden aufwachen.
  „Du hättest sagen müssen, Perry ist nur ein Schnabeltier, sie machen nicht viel.“
  Der Rothaarige verdrehte die Augen, nicht ohne, dass sich ein Schmunzeln auf sein Gesicht verirrte. Er versuchte den anderen erneut auf die Beine zu ziehen, doch dieser protestierte. Nachdem Ferb eine Weile an die Decke gestarrt hatte – Phineas stand ungeduldig über ihm – fragte er aus dem Nichts: „Gefällt dir eigentlich mein Ohrring?“ Er spielte mit den Fingern daran herum, wie ein kleiner stolzer Junge.
  Phineas war wegen der Frage etwas verwirrt, denn Ferb besaß das Schmuckstück bereits seit einigen Wochen, antwortete aber ehrlich: „Klar, er passt super zu dir.“ Dir steht doch alles. Doch es war fragwürdig, ob Ferb die Antwort überhaupt gehört hatte, denn er kicherte schon wieder in sich hinein.
  „Weißt du, es ist total lustig, dich aus dieser Perspektive zu sehen. Du bist plötzlich so groß und dein Kinn wirkt gigantisch. Heh, heh.“
  „Nicht so riesig wie deine Nase“, neckte Phineas zurück. „So und nun komm, du wolltest doch ins Bad.“ Widerstrebend setzte sich Ferb auf und kratzte sich ungeniert am Hinterteil. „Ich wusste gar nicht, dass du so ein Spielverderber sein kannst“, jammerte er.
  „Und du hast mir besser gefallen, als du weniger geredet hast. So, jetzt komm!“ Phineas hatte sich Ferbs Hände genommen und zog ihn mit aller Kraft nach oben. Er traute sich erst loszulassen, als er sicher war, dass der betrunkene Teenager stehen blieb.
Wie diese Hände meine Brust berührt haben … Nein! Das war nicht real! Zur Sicherheit begleitete er Ferb ins Badezimmer und machte das Licht für ihn an. „Ich höre, wenn du nicht zurückkommst“, sagte er gespielt streng.
  Dann endlich war er wieder im eigenen Zimmer angelangt. Erst als seine Ohren ihm sagten, dass sein Bruder wieder sicher im Raum nebenan angekommen war, wagte er es die Augenlider zu schließen. Die SS Phineas fühlte sich seltsam fremd und verlassen an und plötzlich missfiel ihm die Stille. Er drehte sich auf die andere Seite und fixierte die Stelle, von der er wusste, dass dort die Geheimtür war, ohne dass er in der Dunkelheit auch nur Umrisse davon wahrnehmen konnte. Er wollte lieber dort sein, lieber neben Ferb liegen, das konnte er nicht länger leugnen. Er sehnte sich nach seiner Gegenwart. Was stimmt nur nicht mit mir?

Das Klingeln des Weckers war die Hölle. Während Phineas sonst einige Minuten vorher wach war und entspannt klarer werden konnte, schreckte das Geräusch ihn heute aus dem Tiefschlaf auf. Mit rasendem Herzen saß er aufrecht im Bett. Kein Traum. Da war kein Traum, an den er sich erinnern konnte, aber Erholung verspürte er ebenso wenig.
  Er würde aufstehen und einen ganz normalen Schultag haben. Vielleicht schafften er und Ferb danach sogar, die Überraschung zu bauen. Im Badezimmer erwischte er seinen Bruder, der sich eine Aspirintablette aus dem Schränkchen stibitzte. Er sah gelinde gesagt fertig aus. Seine Lippen waren trocken und an einer Stelle deutlich aufgesprungen. Dunkle Augenringe zeichneten sich auf seinem Gesicht ab und er war unrasiert. Sie begrüßten sich mit einem Nicken, beide zu müde zum Sprechen. Phineas putzte Zähne, während Ferb duschte. Er konzentrierte sich intensiv auf den Vorgang des Putzens, damit er nicht darüber nachdachte, wie Ferb sich einseifte. Bevor dieser aus der Dusche kommen konnte, hatte Phineas das Zimmer wieder verlassen. Er war froh den warmen Dämpfen entkommen zu sein, die ihn umnebelt hatten. Wie sollte man so denn klar denken?
  Draußen schien die Sonne und es versprach ein freundlicher und warmer Tag zu werden, weshalb sich Phineas für ein T-Shirt entschied. Er packte seine Schulsachen, ging auf Toilette, als das Bad frei wurde, und aß anschließend Müsli zum Frühstück. Seine Mutter verabschiedete sich mit einem Kuss: „Dank deinem Vater, dass ich dich in die Schule lasse. Ich bin jetzt einkaufen, beim Floristen und dann in der Autowaschanlage. Habt einen tollen Tag.“ Den letzten Satz rief sie durchs Haus. Sein Vater saß im Wohnzimmer und las Zeitung. Er winkte Phineas heran.
  „Weißt du, deine Mutter macht sich wirklich Sorgen um dich. Vielleicht könnt ihr am Wochenende mal Zeit zusammen verbringen?“
  „Das ist eine gute Idee.“ Phineas Freude war aufrichtig. „Ich wollte euch wirklich nicht belasten. Mir geht es wieder viel besser.“
  „Jeder hat doch einmal einen schlechten Tag.“ Er ließ eine kurze Pause und fuhr leiser fort: „Ich weiß nicht was zwischen dir und Isabella vorgefallen ist, aber Streit gehört zu jeder Beziehung. Das pendelt sich ganz von allein wieder ein.“ Wenn es doch nur so einfach wäre.
  „Danke, Dad.“ Jeder versucht mir zu helfen, dabei wissen sie gar nichts. Phineas zwang sich zu einem Lächeln. Wieso war das so einfach?
  Er hatte noch etwas Zeit, bevor sie sich auf den Weg machen mussten. In Hausschuhen betrat er den Garten und einem inneren Impuls folgend setzte er sich unter den großen Baum. Das war schon immer der schönste Platz gewesen, verbunden mit tausenden Erinnerungen. Phineas liebte es die Rinde an seinem Rücken zu spüren und genoss den kühlen Schatten. Er wünschte sich auf ewig hier zu bleiben. Das dies ein sinnloser Fluchtgedanke war, wusste er.
  Die Schiebetür ging auf und Ferb betrat den Garten. Er trug einen schwarzen Hoodie mit dem Logo irgendeiner Band darauf. Die Kapuze hatte er hochgezogen.
  „Hey, was auch immer letzte Nacht war, es tut mir leid“, entschuldigte er sich. Kann er sich tatsächlich nicht erinnern? Phineas fiel es schwer, Ferb anzusehen; zugleich konnte er kaum wegschauen. Auch jetzt zog ihn dieser Junge wie magisch an. Sein Herz hüpfte als er sich neben ihn setzte. So nah.
  „Schon in Ordnung. Du warst bloß etwas lustig, mehr nicht.“ Ferb nickte. Also hatte er Teile behalten. Phineas spürte wie unangenehm ihnen beiden diese Erinnerungen waren.
  „Ich weiß, was wir heute tun werden“, sagte er, um ihn aufzuheitern. Ein fragend skeptischer Blick traf Phineas. Ich weiß doch, dass wir Schule haben.
  „Ich habe Pläne gemacht, um Isabella zu überraschen. Sie kommt nach der Schülerzeitung her und ich brauche deine Hilfe.“ Er zeigte seinen Daumen, der noch deutlich angeschwollen und verfärbt war. „Du kannst Vanessa gerne dazu holen, ihr profitiert garantiert auch von der Romantik.“ Ferbs Reaktion war seltsam. Eilig sprang er auf, dem Blick seines Bruders ausweichend, die Augen weit aufgerissen. Es war als hätte Phineas einen wunden Punkt getroffen. Er brauchte es nicht auszusprechen, die Antwort war nein.
  Was passierte hier? Wieso brach alles auseinander?
  Einen Augenblick später war Phineas wieder allein. Er verstand nicht, was geschehen war. Ferb hatte ihn noch nie im Stich gelassen, wovor floh er jetzt? Panik kroch in ihm hoch wie ein Fieberschub. Verzweifelt umfasste er sich selbst, krallte die Fingernägel in seine Arme. Eins, zwei, drei, vier, fünf… Erst nach zehn bewussten Atemzügen konnte er sich aus der verkrampften Haltung lösen. Zu viele Fragen schwirrten in seinem Kopf. Was war mit Ferb? Wieso wollte er ihm nicht helfen? Erst verbannte er ihn aus seinem Bett, dann floh er ohne Erklärung. Vielleicht bin ich ihm einfach nicht mehr so wichtig. Dieser Gedanke schmeckte wie Gift. Phineas musste schluchzen und in seinen Augen sammelten sich Tränen, die er fortwischte. Seine Nägel hatten rote Abdrücke auf der weißen Haut hinterlassen.
  Er hörte wie vorne die Haustür zusprang. Ferb musste sich auf den Weg zum Bus machen. Das hieß Isabella würde schon warten. Phineas wischte sein Gesicht trocken und holte eilig die Schultasche.
  An der Straße sah er, dass Ferb vorgelaufen war. Isabella stand in Höhe des Nachbarhauses. Anscheinend war sie ein paar Schritte mit Ferb gegangen, dann aber stehengeblieben. Auch wenn sie sich ausgesprochen hatten, auch wenn jetzt alles wieder gut sein sollte, war es seltsam, sie zu sehen. Auf Isabellas Gesicht entstand ein Lächeln, sobald sie ihn erblickte.
  „Ich hatte Angst du würdest nicht kommen“, sagte sie in dem Moment, in welchem er sie erreicht hatte. Sie sah heute besonders attraktiv aus mit ihrem figurbetonten rosa Blümchenkleid und neuen Turnschuhen. Das Blau ihrer Augen strahlte förmlich und ihr Haar war sauber zu zwei Zöpfen geflochten. Mist, ihr Haarband habe ich vollkommen vergessen.
  „Du siehst wunderschön aus“, begrüßte er sie mit einem kurzen Kuss auf den Mund. Ein rötlicher Schimmer wurde auf ihren Wangen sichtbar.
  „Weißt du, ob mit Ferb alles in Ordnung ist? Er ist einfach an mir vorbeigerannt.“
  „Ich glaube er hat schlecht geschlafen, er war spät zu Hause gestern.“ Der Satz sollte vielsagend klingen, doch es wirkte eher besorgt.
  Das Paar lief händchenhaltend los. Beide sahen verloren auf den Hinterkopf vor ihnen und dachten doch vollkommen unterschiedliche Dinge. Im Bus fanden sie zwei Plätze nebeneinander im vorderen Teil, während Ferb sich auf der hintersten Bank fallen ließ und unentwegt aus dem Fenster sah. Phineas schaffte es, einige unbemerkte Blicke auf ihn zu werfen. Was ist nur los?
  Die Party am kommenden Tag war das große Gesprächsthema. Der Teenager musste seinen Freunden mehrmals versichern, dass er auf jeden Fall kommen würde. Holly, die später einstieg und sich hinter das Paar setzte, fragte Phineas, ob er dazu bereit wäre, dort einen Song zu performen.
  „Eigentlich spielt die Band eines Bekannten, aber du und Ferb seid immer ein Highlight. Ihr harmoniert einfach auf der Bühne… Wo ist Ferb eigentlich, denkst du er wäre dabei?“ Die Gruppe wendete sich gleichzeitig zum Ende des Busses. Ferb hatte Kopfhörer aufgesetzt und wippte im schnellen Takt der Musik mit. Er tat, als bemerke er ihre Blicke nicht, doch Phineas war sich sicher, dass er dies nur vortäuschte.
  „Ist was vorfallen?“, flüsterte Holly etwas zu laut in Isabellas Richtung, die bei dieser Frage für den Bruchteil einer Sekunde erstarrte.
  „Ferb hat bestimmt Lust“, versicherte Phineas. „Er hat heute nur schlecht geschlafen.“ Er schenke seinem Bruder einen aufmunternden Blick, auf den keine Reaktion folgte. Ich weiß, dass du mich gesehen hast. Es fiel ihm schwer, sich weiter zu konzentrieren. Umgeben von den ganzen Mädels fühlte er sich ausgeliefert. Er wusste, dass er sich das einbildete, aber er glaubte angestarrt zu werden, als ob Isabella ihnen alles erzählt hatte. Während sie scherzten, über Klamotten und Musik berieten, schien ihm das nur wie ein Vorwand, ihre wahren verurteilenden Emotionen zu verdecken. Fast ängstlich wendete er sich zu Buford, der auf der anderen Seite des Ganges saß und auf dem Smartphone spielte.
  „Wie läuft es mit den Dates?“, fragte Phineas, doch er sollte nie eine Antwort erhalten. Ganz plötzlich bremste der Bus so scharf, dass jede Schülerhand sich augenblicklich an den Sitz klammerte. Sie wurden nach vorne gedrückt, manche kurz aus dem Sitz gehoben, bevor sie wuchtig zurückfielen und das Fahrzeug zum Stehen kam. Die Busfahrerin drehte sich erschrocken um.
  „Geht es allen gut? Ich hätte fast eine Katze überfahren.“ Gemurmel entstand, aber alle waren mit dem Schrecken davongekommen. Buford hatte das Handy fallen lassen und es war ein paar Reihen vorgerutscht, sodass er nun kniend danach fischte. Bevor Phineas sich um Isabella kümmerte, vergewisserte er sich, dass mit Ferb alles in Ordnung war. Dieser schaute unbehelligt aus dem Fenster, als wäre nichts gewesen. Isabella hatte Phineas Hand ergriffen. Sie war blass.
  Die Busfahrerin stieg kurz aus, um einen möglichen Schaden zu begutachten.
  „Danke dafür, dass du an meiner Seite bist.“ Isabella küsste ihn, inniger als es den vielen Zuschauern angemessen war. Danke, dass du mich nicht aufgibst. Ihre Lippen zu berühren, war Balsam und Phineas fragte sich zum ersten Mal, ob es möglich war, sich zu zwei Menschen gleichzeitig hingezogen zu fühlen. Nein, was denke ich da?
  „Es ist alles in Ordnung, wir haben kein Tier überfahren. Die Fahrt geht weiter“, erklang die Durchsage. Holly lehnte sich wieder zu Phineas und Isabella, ungeachtet der Tatsache, dass sie beim Bremsen in dieser Haltung sehr hart aufgekommen war. „Seht her das Traumpaar“, sagte sie für den halben Bus hörbar und stupste Phineas an die Schulter.
  „Ihr seid wie aus einem Film“, meinte Buford. „Zwei Schwäne, die ein Leben lang zusa…“ Ginger, die neben ihm saß, hielt ihm den Mund zu. Sie zwinkerte, während Holly sich vor Lachen verschluckte. Eine Busfahrt wie jede andere, als wäre nichts geschehen. Na ja, bis auf den Beinah-Unfall. Diese Normalität war Fluch und Segen zugleich. Sie erinnerte Phineas daran, was für tolle Freunde er hatte und doch war sie eine Mahnung. Eine Mahnung daran, was er alles verlieren konnte.

Vor dem Schulgebäude mit der braunen Backsteinfassade liefen sie über den kurz gemähten Rasen, der von den vielen Schuhen längst kahlgetreten war. Phineas lief mit einem mulmigen Gefühl durch die massiven Glastüren. Er hatte keine Hausaufgaben gemacht und nichts nachgearbeitet. Gemeinsam kämpften sie sich durch die Schülermassen zu ihren Spinden. Er hielt Isabellas Hand, bis sie sich trennen mussten, um die Kombinationen einzugeben. Zum Glück stand Geschichte als erstes auf dem Stundenplan, er war dank seines Vaters auch ohne Arbeit gut im Thema.
  Die Stunde begann überraschenderweise verspätet. Sie saßen dicht beieinander, sodass sich ihre Unterarme aneinanderschmiegten. Isabella strahlte vor Zufriedenheit. Nach einer halben Stunde wurde der Kurs zum Diskutieren eingeteilt. Unerwartet entstand eine intensive Auseinandersetzung, an welcher das Paar sich gut beteiligte. Phineas war stolz auf die Intelligenz seiner Liebsten. Ich wäre ein Idiot, sie aufzugeben!
  Vor Mathe fing er Holly ab, die sich gerne in die letzte Reihe verzog, da sie zwar gut, aber langsam rechnete.
  „Darf ich dich was fragen?“ Er sprach mit gedämpfter Stimme, was die junge Frau sofort hellhörig machte.
  „Natürlich darfst du das.“ Sie grinste.
  Phineas spürte das Blut in seinen Wangen. Ahnte sie etwas? Er räusperte sich, dem erwartungsvollen Blick der dunklen Augen ausweichend.
  „Können wir morgen vielleicht bei dir… bei dir übernachten?“
  Damit hatte sie offensichtlich nicht gerechnet. Holly musterte ihn eingehend.
  „Dann ist es also wahr? Ihr beide habt noch nicht…?“ Phineas war verdammt dankbar, dass sie genügend Respekt hatte leise zu reden. Dennoch wäre er gerne im Boden versunken. Sein Gesicht musste feuerrot sein. Nervös spielte er mit den Händen. Was sollte er antworten?
  „Keine Sorgen, ich richte was für euch ein“, versprach Holly. „Das Gästezimmer ist schon vergeben, aber ihr könnt das meiner Schwester haben.“ Sie sah den Lehrer, Herr Stone, eintreten und verzog sich auf ihren Platz.
  Phineas ließ sich mit klopfendem Herzen zwischen Katie und Ferb nieder und packte eilig sein Buch, Mäppchen und Heft aus. Nachdem er das Datum niedergeschrieben hatte, begann der Unterricht. Er versuchte, näher an Katie zu rücken, um Ferb diesmal auf keinen Fall aus Versehen zu streifen. Die gedachte Trennlinie erschien wieder vor seinem inneren Auge. Doch Ferbs Geruch entkam er nicht. Wie war es möglich, dass er diesen stärker wahrnahm als Katies frisches Parfüm? Sein Stiefbruder hatte sich nicht rasiert, deswegen konnte es nicht das Aftershave sein. Was es auch war, es erregte Phineas.
  Mit geregelten Atemzügen hielt er seinen Körper ruhig. Ich will das nicht! Wieso entglitt ihm die Kontrolle? Von hier aus konnte er Ferb gut beobachten. Er erkannte die groben Poren seiner Haut um die Nase und die fast leuchtend grünen Stoppeln der Barthaare. Der Ohrring glänzte im hereindringenden Sonnenlicht und ließ Phineas an die vergangene Nacht denken. Ohne es beabsichtigt zu haben, hatte er zu starren begonnen. Im Kopf zeichnete er den Schwung von Ferbs Lippen nach und zählte die sichtbaren Muttermale. Als Herr Stone ihn aufrief, wusste er nicht wo sie waren. Ferb zeigte unauffällig auf Nummer 3b, doch die Tatsache, dass Phineas zögerte machte jedem klar, dass er nicht aufgepasst hatte. Er spürte die überraschten Blicke seiner Mitschüler auf dem Rücken, während er hektisch im Kopf rechnete.
  Die Augenbrauen des Lehrers zogen sich sichtbar skeptisch zusammen, er schien kurz davor die Frage weiterzugeben, da rief Phineas seine Antwort. Ohne den kritischen Ausdruck zu verlieren, nickte Herr Stone und fuhr fort. Danach konzentrierte sich Phineas darauf, mitzuschreiben und eifrig die Aufgaben zu rechnen, sodass der Rest der Stunde schnell verging. Die Glocke schellte, Ferb rauschte aus dem Raum und ließ ihn und Katie zurück.
  „Kommst du morgen auch zu Hollys Party?“, rief Phineas über die vielen Gespräche um sie herum hinweg, während sie zusammen durch die Gänge zu den Spinden liefen.
  „Ohja!“ Es war offensichtlich, dass sie sich darauf sehr freute. Sie sagte noch Etwas, aber ihre Worte gingen im Schrei eines jüngeren Mädchens unter, die an ihnen vorbeihechtete. Danach bog das Fireside Girl winkend links ab. Isabella, die wie jeden Tag vor seinem Spind gewartet hatte, sprang ihm ähnlich ihrem Chihuahua Pinky entgegen. Dann fiel sie ihm um den Hals. Ihre vollen Lippen drückten einen Kuss auf seine rechte Wange.
  „Ich habe dich vermisst“, hauchte sie und griff nach seiner Hand.
  Phineas befreite sich sanft. „Hey, ich muss doch meine Bücher tauschen.“ Aber als er sich zum Spind drehte, umschlang sie ihn fest von hinten und lehnte ihr Gewicht dagegen, sodass er am beige-roten Metall abrutschte. Unbeirrt, doch konstant lächelnd, gab er die Kombination neu ein, öffnete die Tür, legte sein Geschichtsbuch ab und nahm das Englisch-Textbuch dafür mit. Danach drehte er sich vorsichtig, um sich aus dem Griff der warmen Frauenarme zu winden. Isabella gab nicht auf. Sie drückte ihn nach hinten und gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss. Dieser Balanceakt. Wie macht sie das nur?
  „Ich habe eine Überraschung für dich“, flüsterte Phineas, als er die Lippen wieder frei hatte. „Wir können morgen bei Holly übernachten.“ Die Schwarzhaarige begriff sofort. Ihre Augen weiteten sich und ihr Gesicht hellte sich auf.
  „Ich wusste, dass du deine Pläne nicht lassen kannst.“ Ihr Ausdruck von Vorfreude ließ Phineas‘ Herz einen Satz machen. Gerne hätte er sie wieder in einen Kuss gezogen, aber sie mussten sich beeilen, um pünktlich zur nächsten Stunde zu kommen. Den Weg dorthin war Isabella besonders anhänglich. Sie spielte unaufhaltsam mit seiner Handfläche und ließ ihn auch während der Stunde nicht los, ihren kleinen Finger mit seinem verhakt.
  Sie lasen einen Text über die Gefahren des Alkoholkonsums, welcher jedem Anwesenden, der von Hollys Party wusste, ein ungutes Gefühl gab. Es war ein Wunder, dass die Lehrerin nichts von der gedrückten Stimmung mitbekam. Phineas musste daran denken, wie Ferb betrunken auf dem Flurboden gelegen hatte. War zu dem Zeitpunkt sein Limit bereits überschritten gewesen? Als Hausaufgabe übers Wochenende bekamen sie einen Essay zum Thema „meine Erfahrungen mit Alkohol“ auf.
  „Es geht dabei nicht primär um euch, denn ihr seid alle brav und habt sicherlich nie getrunken. Es geht um eure Eltern, ältere Geschwister, Freunde…“, erklärte die Lehrerin mit einer Prise Humor, bevor sie den Kurs entließ.

Phineas traf Buford diesmal draußen, wo sie sich einen Tisch in der Sonne suchten. Er gab sich große Mühe, Schulaufgaben zu machen, während sein Freund ein Buch über Filmtechniken studierte. Die Teenager saßen eine Viertelstunde beisammen, ließen sich von den warmen Strahlen kitzeln und waren jeder für sich produktiv. Buford, der trotz des Wetters einen Schal trug, spielte allerdings zunehmend am Handy.
  „Ok ich halte es nicht mehr aus!“, platze es aus ihm heraus. „Willst du mir nicht sagen was gestern war?“
  Phineas blickte überrascht von den Arbeitsblättern auf. „Was meinst du damit? Ich war krank.“
  „Für einen Tag?“, hakte Buford nach.
  Phineas zeigte seinen Daumen, den Isabella schnell nach der letzten Stunde wieder verbunden hatte. „Ich habe mich verletzt und dann muss ich wohl umgekippt sein. Mom war so in Sorge, sie hat mich nicht mehr aufstehen lassen.“ Diese Fragen machten ihn unruhig. Er hatte das Gefühl, die Grenzen der Lügen zu erreichen.
  „Buford glaubt dir kein Wort. Du willst mir sagen, es war reiner Zufall, dass Isabella auch nicht da war? Ihr habt zusammen geschwänzt, um Zeit für euch zu haben!“
  „Was?“ Phineas musste schmunzeln. Buford hatte tatsächlich nur Frauen im Kopf.
  „Isabella kam später, um nach mir zu sehen. Du kennst sie, glaubst du wirklich sie würde leichtfertig der Schule fern bleiben?“
  Buford dachte einen Augenblick nach, wobei sein schiefer Zahn zwischen den Lippen sichtbar wurde. „Spitznase, für dich würde sie alles stehen und liegen lassen.“ Ich weiß. „Und wenn sie das tut, muss mehr passiert sein, als dein Daumen.“ Stolz wischte er sich das lang gewordene Haar von der Wange. In seinen Augen blitzte die Herausforderung. Diese unstillbare Neugier! Ich habe wohl keine Wahl …
  „Isabella und ich hatten Streit und als ich nicht zur Schule kam, hat sie sich gesorgt und musste kommen.“
  Der ehemalige Mobber wirkte ehrlich schockiert. „Ihr hattet … du und Isabella … Wow, das kann ich mir nicht vorstellen.“ Und dann sagte er etwas, womit Phineas nicht gerechnet hatte. „Shit, sorry, ich wollte nicht darauf rumreiten. Ihr wirkt stets so unzerstörbar.“
  „Für uns war es ebenso überraschend“, lockerte Phineas die Stimmung. Vor allem für Isabella. Wie muss sie empfunden haben, als ich Ferbs Namen gesagt habe? Nein, ich darf nicht daran denken! Er schluckte den aufkommenden Kloß im Hals hinunter und zwang sich zu einem Lächeln.
  „Meine Eltern streiten auch ständig und sind doch noch zusammen. Vielleicht ist das normal“, meinte Buford. Phineas fragte sich nur, ob seine Beziehung wirklich stark genug war, um so etwas erneut zu überstehen; dabei war ihm nicht einmal klar, ob die Krise wirklich schon überwunden war.
  Das auf dem Tisch liegende Smartphone vibrierte. Bufords grobe Hände griffen danach und tippten einige Zeit darauf herum. „Da ist ein Mädchen, das sich mit mir treffen will.“ Er drehte das Display und Phineas offenbarte sich das Bild einer sportlichen Rothaarigen mit Kurzhaarfrisur und dunkel geschminkten Augen.
  „Sieht so aus, als würdest du keinen von uns gebauten Dating-Computer brauchen“, sagte Phineas, aber sein Gegenüber schien ihn kaum gehört zu haben.
  „Vielleicht sind die wunderschöne Camille und ich bald das neue Traumpaar“, schwärmte er. Es war als Scherz gemeint und doch tat diese Vorstellung weh. Phineas ließ Buford mit dem Handy allein und stürzte sich wieder auf seine Aufgaben. Ich habe die richtige Entscheidung getroffen. Die Gefühle, die sie mir gibt, sind stärker.
Wieso geht mir dann Ferb nicht aus dem Kopf?
  Er drückte immer fester mit dem Stift auf, völlig vertieft seine Gedanken verschließend, bis er abrutschte und fast das Papier zerriss. Was mache ich nur? Schnell schaute er, ob Buford etwas bemerkt hatte. Der war allerdings zu beschäftigt mit Chatten und hatte die restliche Welt anscheinend vollkommen vergessen. Das Blatt vor Phineas war leicht zerknittert und ein breiter Strich zerstörte die Integrität des Geschriebenen. Wie eine Narbe. So deutlich sichtbar. Eine nicht radierbare Schicht über den eigentlichen Worten. Er konnte nicht länger darauf schauen, musste das Blatt herumdrehen und in der Mitte des Buches versteckt in der Schultasche versenken. Angespannt lehnte er sich zurück, wendete das Gesicht mit geschlossenen Augen der Sonne entgegen und fühlte seine Sommersprossen die Wärme aufnehmen. Seine Lungen saugten die frische Luft tief ein und gaben sie langsam wieder frei. Atemzug für Atemzug entspannte er. Ein Bisschen plauderte er weiter mit Buford, welcher hauptsächlich von der Rothaarigen schwärmte, sodass die Freistunde bald ihr Ende fand.
  „Ich habe einen Bärenhunger.“ Die Aussicht auf Nahrung, schien die Macht zu haben, Buford selbst von attraktiven Frauen abzulenken. Also sprang er von der Bank auf, packte seine Sachen ein und war so schnell in Richtung Cafeteria vorgelaufen, dass Phineas kaum hinterherkam. Sie waren eine der ersten in der Schlange und konnten sich daher einen guten Tisch für die Freundesgruppe sichern. Ginger und Adyson gesellten sich zu ihnen, später Katie, dann kamen Holly und Ferb und zuletzt Isabella. Ferb verschlang das Essen in Rekordzeit, zog sich dann den Hoodie aus – er trug ein T-Shirt darunter – und setzte seine Kopfhörer auf. Tiefe Basstöne drangen daraus zu den anderen.
  Isabella erzählte stolz, dass sie ein Solo im nächsten Auftritt des Chores geben durfte. Sie sang sogar zwei Verse auf Drängen ihrer Freundinnen vor. Danach waren alle am Tisch verzaubert von ihrer reinen Stimme, alle bis auf Ferb. Er erhob sich ohne ein Wort und verschwand für über zehn Minuten. Mit leerem Blick kam er an den Tisch zurück, nach Zigarettenrauch stinkend, und zog sich den Pullover wieder über. Er trommelte den Rhythmus der Musik auf seinem Oberschenkel mit, nur darauf fokussiert. Jeder der Anwesenden hatte den gleichen Gedanken: Seit wann rauchte Ferb?
  Holly klopfte ihm freundlich auf die Schulter. Phineas hielt den Atem an. Würde sie ihn direkt darauf ansprechen? Der grünhaarige Teenager zog die Kopfhörer aus, als würde man ihn mitten in einem wichtigen Online-Match stören.
  „Ja?“, schien sein Blick wissen zu wollen.
  Holly ließ sich nicht irritieren: „Hey, ich hab‘ mich gefragt, ob du nicht morgen auf meiner Party mit Phineas performen möchtest? Erst spielt die Band eines Freundes, aber später ist noch was frei.“
  Er zuckte mit den Schultern. „Wieso nicht.“
  „Cool, das wird super. Schickt mir doch eine Liste mit Songs, die ihr spielen wollt“, sagte sie zu den Brüdern. Ferb nickte und setzte die Kopfhörer wieder auf. Konversation beendet.
  Das war der Moment, in welchem Phineas klar wurde, dass die Angst ihn beherrschte. Er fürchtete sich vor seinen eigenen innersten Gefühlen und zugleich hatte er Angst vor diesem neuen, distanzierten Ferb, der ihm so verdammt fremd erschien.

Nach der Schule setzte er sich wieder unter den Eichenbaum. Der Rest des Tages war ereignislos vergangen. Er war so froh und zugleich erschöpft, es hinter sich gebracht zu haben. Allein zu sein, tat ihm nicht gut, denn dann waren seine Gedanken zu frei. Sie experimentierten, stießen an Grenzen, die sie nicht kennen sollten und folterten ihn mit ihrer Wahrheit. Eine dieser unbequemen Wahrheiten war, dass er Isabella heute keine Überraschung präsentieren konnte. Des Weiteren war eindeutig etwas mit Ferb passiert, was ihn zu Rauschmitteln verleitete.
  Leider – und das war vielleicht eine der unmöglichsten Tatsachen – machte ihn das für Phineas nicht weniger attraktiv. Er wollte Ferb nahe sein. Einem Jungen. Seinem Bruder. Ob es der Einfluss des Baumes war oder sein eigener Ideenreichtum, plötzlich wurde es ihm klar.
  „Ich weiß, was ich tun werde.“

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