Perspektive und Farbe

5. Perspektive und Farbe

Der gleichmäßig surrende Ventilator verteilte die Luft im Raum und sorgte für kurze Momente der Abkühlung. Morten drehte sich vom Bauch auf den Rücken, sodass die am Fußende zusammengeknüllte Decke endgültig zu Boden fiel. Bei den Shirts und Unterhosen der letzten Woche hatte sie immerhin gute Gesellschaft. Durch die halb zugezogen Jalousien drang das Licht in einem rechteckigen Kegel genau auf Mortens Bett. Die Luft streifte die Haut seiner Beine, aber es genügte kaum. Wie zur Hölle sollte er sich bei dieser Hitze auf irgendwas konzentrieren?
  Die Missmutig zog er ein Blatt aus dem umgebenden Chaos von Schulbüchern, Zetteln, zwei leeren Plastikflaschen, Stiften und kaum benutzten Heften. Er hätte schwören können, exakt diese Aufgabe schon einmal bearbeitet zu haben. Schade nur, dass er alle Notizen des vergangenen Schuljahres in einem Wutanfall entsorgt hatte. Gut, entsorgt war nicht das korrekte Wort. Er hatte erst alle Bücher und den Ordner mit den Notizblättern zusammengesammelt, um das Zeug in einer feierlichen Zeremonie zu verbrennen, sich dann aber im letzten Moment umentschieden und mit Hilfe eines Cuttermessers eine persönlichere Zerstörungsmethode gewählt. Noch Wochen danach hatten die Schnipsel in den hintersten Ecken seines Zimmers gelegen.
Nope. Ich mache das nicht noch mal! Langsam segelten die Aufgaben vom Bett herunter und er griff blind nach dem nächsten Papier. Plötzlich starrte ihn ein Vogel über weißen Lettern in einem roten Kreis an. Morten starrte zurück auf das grässliche Schulwappen. Er leckte sich über die Lippen, wollte Luft holen – irgendwann musste er die Einverständniserklärung ja unterschreiben lassen – da bemerkte er die schiefen Bleistiftnummern am Rand. Eine Telefonnummer.

Das Badezimmer war vergleichsweise kühl. Morten stützte die Hände auf den Waschbeckenrand, betrachtete die abblätternde Farbe der Fingernägel, die feinen dunklen Härchen auf seinen Armen und schließlich die ausgetrockneten Lippen. Mit klopfendem Herzen holte er die Antibiotika aus ihrem Versteck im Kulturbeutel unter dem Ersatzrasierer. Er hatte die Instruktionen bestimmt zwanzig Mal gelesen. Sollten die Dinger nicht langsam wirken? Skeptisch wendete er die Tabletten in der Handfläche. Das Döschen hatte mehr gekostet, als er an einem Abend im Outlaw verdiente. Darauf werde ich wohl jetzt verzichten müssen. Er legte die Pille schnell auf die Zunge, als könne sie sich durch die bloße Wärme seiner Haut auflösen, und spülte sie herunter.
  „Pizza?“ Die Stimme seines Vaters hallte ihm entgegen, doch die Hitze im Wohnzimmer bremste seine Vorfreude. Gnadenlos hatte die Sonne zugeschlagen und den Raum in eine Sauna verwandelt. Morten trat der Schweiß auf die Stirn. Trotzdem nahm er Anlauf und sprang über die Rückenlehne des Sofas. In Windeseile hatte er das Handy aus der Hosentasche gefischt. Pizza war ja wohl die beste Idee, die er heute gehört hatte!
  Knappe 40 Minuten später balancierte er zwei duftende Kartons in die Wohnung. Die Wiederholung einer Quizshow beschallte den Raum. Mathew Silver hatte ein feuchtes Handtuch über die Schultern gelegt, das einen unförmigen dunklen Fleck hinterließ.
  „Ich weiß, du magst diese Fragen nicht, aber wie war es in der Schule?“
  „Können wir bitte einfach erstmal essen?“ Morten strich sich die verklebten Strähnen aus der Stirn und lächelte entschuldigend. Er konnte Mathew die Fragerei nicht übelnehmen – schon gar nicht, wenn er Pizza spendierte. Es gab schlicht nichts zu erzählen, so frustrierend das für einen Elternteil auch sein mochte. Montags bis freitags stand er zur selben Zeit auf, lief den immer gleichen Weg zur Schule und brachte dann die gleichen sechs Stunden hinter sich. Heute hatte er in Mathe endlich die Wolfszeichnung vollendet.
  In den letzten Wochen war er regelrecht besessen von diesen majestätischen Tieren und gerade Mathe gab ihm die Zeit, ausführliche Zeichenstudien durchzuführen. Auf dem Heimweg hatte er noch Bleistiftstaub unter den Fingernägeln gefunden. Davon sollte ich besser nichts erzählen.
  Sein Vater hatte die Pizza auf den Schoß genommen und drehte den Fernseher lauter. Die Botschaft war wohl angekommen. In der Werbepause lehnte Morten sich nach vorne. Der erste Spot begann.
 „m&m’s!“, rief er grinsend.
  Neben ihm wurde entrüstet der Kopf geschüttelt. „Ich war noch nicht bereit!“
 „Das ist keine Entschuldigung, alter Mann.“
  Das Bild wechselte. Ein tätowierter Kerl unter der Dusche wurde gezeigt, doch bevor die Kamera das Produkt fokussiert hatte, platze „Head & Shoulders“ aus Mathew heraus. „Ha. Von wegen, alter Mann! Ich werde auch dieses Mal den Titel des Werbekönigs holen.“
  Als die Programmvorschau einsetzte stand es zwölf zu acht für Morten. Er streckte die müde gewordenen Glieder, die sich schmatzend vom ledrigen Untergrund lösten und stand auf. „Ich gebe dir die nächste Pause zum Aufholen.“ Er klopfte dem anderen aufmunternd auf die Schulter. „Ansonsten geht der Titel wohl doch wieder an mich.“
  „Du weißt, dass du jederzeit Freunde mitbringen kannst?“ Sein Vater hatte sich diesmal nicht zu ihm gedreht, sondern blickte weiter auf das Fernsehbild, so als wäre ihm die Frage ausversehen rausgerutscht. In der Sonne waren die grauen Strähnen seines Haars plötzlich deutlich zu erkennen. Du wirst nicht müde, es zu betonen.
  „Dad.“ Er ließ sich wieder neben ihm fallen. „Du bist mir nicht peinlich oder sowas. Ich … Diese Kinder … ach, ist auch egal.“
  Sein Vater erfasste intuitiv, was er meinte. „Es sind ja erst ein paar Wochen. Vielleicht, wenn du sie besser kennenlernst …“ Augenblicklich schoss ihm Phils Gesicht durch den Kopf. Dumpf starrte er auf das Fernsehbild. Morten wusste nicht, was er dazu sagen sollte, das nicht längst ausgesprochen war.
  Zögerlich legte sich eine Hand auf seinen Arm. „Ich möchte nicht, dass du immer alleine bist. Du könntest dich bei Jo oder Luca melden.“
 „Jo und Luca haben deutlich gemacht, dass sie nichts mit mir zu tun haben möchten“, unterbrach er seinen Vater. Dabei hatte er gar nicht laut werden wollen. Seine alten Freunde hatten ihn fallengelassen, nachdem er sich kurz vor dem großen Umzug geoutet hatte. Nein. Er brauchte keine Menschen in seinem Leben, die Bisexualität als „krank“ bezeichneten. Letztes Jahr hatte Jo versucht, ihn zu kontaktieren. Morten hatte die Nachricht ungehört gelöscht.
  „Hatte Mum viele Freunde?“ Die Hand zuckte zurück. Wie ein schwarzes Loch breitete sich ein kaltes Schweigen zwischen ihnen aus. Morten fühlte sich als sei die Luft aus seinen Lungen gepresst. Plötzlich war ihm übel.
  „Ich – Wir hatten Freunde natürlich.“ Eine Falte bildete sich auf der gealterten Stirn.
  Auf den wenigen Fotos, die Morten von seiner Mutter kannte, war sie entweder allein oder gemeinsam mit Mathew zu sehen. Ohne selbst Erinnerungen an diesen Menschen zu haben, erwärmte ihr Lächeln dennoch bei jedem Betrachten sein Herz. Momentaufnahmen, welche die Realität eines Lebens nicht wiedergeben konnten. War sie in diesen Augenblicken glücklich gewesen? Im Park am Wasser entlangwandernd, während die Sonne durch das herbstliche Blätterdach bricht? Oder am Tag ihrer Hochzeit? Das weiße Kleid konnte kaum die Wölbung ihres Bauchs verdecken.
  Morten hatte sich hunderte Male ausgemalt, wie sie dem Säugling, der sich zu ihm entwickeln würde, über den Kopf strich, um anschließend die Maske fallenzulassen, das tränenüberströmte Gesicht tief in den Kissen, damit niemand das Schluchzen hört.
  Er schluckte den sauren Geschmack hinunter. „Wenn Mum Freunde hatte und trotzdem unglücklich war, wieso kann ich nicht umgekehrt keine haben und zufrieden sein?“ Die Worte verließen leise und bedacht seine Lippen.
  Sein Vater machte den Fernseher stumm. Morten sah, dass die Hände leicht zitterten. „Das ist doch kein Entweder-Oder.“ Ihre Blicken trafen sich. „Deine Mutter hat nicht gerne über ihre Gefühle gesprochen.“
 „Nicht einmal mit dir?“
  Morten hörte das Luftholen, sah das Zögern. „Sie hat mir nur so viel gesagt, wie sie preisgeben wollte. Es war ihr wichtig, niemandem Schwäche zu zeigen.“
Das verstehe ich. Plötzlich fühlte sich die Luft um ihn herum regelrecht heiß an. Er versuchte aufzustehen, doch seine Beine waren schwer, als würden sie in einem Sumpf feststecken. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er den Raum halb durchquert.
 „Ich bin stolz auf meinen Sohn, ob mit oder ohne Freunde. Aber versprich mir, den Leuten zumindest eine Chance zu geben.“
  Unschlüssig, was er sagen sollte, rang er sich zu einem Lächeln durch.

Die stickige Masse aus Teenagerschweiß, bunten Gummisüßigkeiten und Deodorant hatte sich in der letzten halben Stunde um ihn verhum verdichtet. Morten massierte sich die Schläfen, während er auf die vorbeiziehende Landschaft starrte. Das Mädchen neben ihm wedelte mit einem Fächer herum, auf dem irgendwelche Animefiguren abgebildet waren, sodass seine hellgrün gewordenen Strähnen auf und ab wippten. Die Gesprächsfetzen, welche in den Pausen seiner Playlist zu ihm drangen, erinnerten ihn daran, dass er es hätte schlechter treffen können. Seine Sitznachbarin war immerhin still wie eine Maus.
  Eine zähe Stunde später hielten sie auf einem Parkplatz im Nirgendwo. Mr. Holder, der heute eine fliederfarbende Hose und ein lockeres Hemd mit Punkten trug, begrüßte sie zu „diesem Abenteuer“, bevor er etwas über die Umgebung und die Natur erzählte.
  „Wir werden jetzt gemeinsam zu einem kleinen Aussichtsplatz wandern. Dort möchte ich, dass Sie sich in Gruppen von vier bis sechs einteilen und zum Malen ausschwärmen.“ Gemurmel ging durch die Schülerinnen und Schüler. „Denken Sie daran“, fuhr Mr. Holder fort. „Es geht heute darum, Perspektiven zu Üben und die Farben des beginnenden Herbstes einzufangen.“
  Morten verdrehte innerlich die Augen. Mr. Holder war kein schlechter Kunstlehrer, aber seine Fixierung auf Buntes saugte bereits jetzt jeden Spaß aus diesem Ausflug. Alles, was er ausdrücken wollte, ließ sich mit einem weichen Bleistift oder Tusche darstellen.
  Er sog die frische Luft durch die Nase ein, nahm den Geruch nach Blättern und sonnenbeschienenem Gras wahr. Endlich waren sie aus diesem Bus raus! Steinchen rollten unter den ungeduldigen Füßen den Hang hinunter, während sie den Bäumen entgegenliefen. Mortens Hand glitt durch das hohe Gras am Wegesrand, fühlte die Struktur der feinen Halme. Zu spät bemerkte er, dass jemand neben ihm ging.
  „Ich habe dich am Samstag vermisst.“ Phils Stimme war ein Hauch und doch konnte sie diesen Unterton nicht verbergen. Diesen schelmischen, geheimnisvollen Teil, den er von ihrem ersten Aufeinandertreffen zu gut kannte. Morten beschleunigte die Schritte.
  „Du siehst gar nicht mehr krank aus.“ Trotz seiner Größe hatte Phil keine Probleme mitzuhalten. Er lächelte sogar dabei. Dieses verdammte Lächeln! „Letzte Woche habe ich mir fast Sorgen …“ Morten scherte ohne Vorwarnung aus. Nach ein paar gerannten Metern hatte er zu Mr. Holder aufgeholt. Abgehängt. Phil war tatsächlich allein im Outlaw gewesen. Wenn das so weiterging, würde ihn dieser Dummkopf eines Tages um den Verstand bringen.
  Sie durchquerten die Baumgruppe, welche bereits vom Parkplatz aus sichtbar gewesen war, und folgten dem Pfad empor. Im Schatten war es deutlich kühler und der Geruch von Gräsern wich einer erdigen Herbe. Hinter einer scharfen Rechtskurve brachen die Bäume auf und sie versammelten sich auf dem Plateau. Morten blieb in Mr. Holders Nähe, der so gnädig war, ihn nicht in ein Gespräch zu verwickeln. Was auch daran lag, dass er angeregt Ms. Norm lauschte. Einer blassen Autoritätsfigur mit hoher Stirn und rotem Lippenstift, die Morten bisher nur auf dem Gang gesehen hatte.
  „Seien Sie bitte einmal kurz still.“ Die Lippenstiftlippen hatten sich zu einem strengen Strich verzogen.
  Mr. Holder zählte die Anwesenden und übernahm das Wort: „Sie haben gleich etwa drei Stunden in Ihren Gruppen, den besten, schönsten, inspirierendsten – einfach den einen besonderen Platz zu finden und auf Papier festzuhalten. Bitte laufen Sie nicht zu weit weg, wir treffen uns pünktlich wieder hier. Wanderkarten wird Ms. Norm gleich verteilen, Sie dürfen natürlich auch diverse Internetkarten verwenden, diese können aber weniger zuverlässig sein. Im Notfall erreichen Sie uns jederzeit mobil.
  Ach und denken Sie daran: Perspektive und Farbe.“
  Er hatte sich kaum herumgedreht, nur geblinzelt und einen Schritt zurück gemacht, da standen sie schon in Grüppchen, die Köpfe über den Karten zusammengesteckt. Morten fühlte den Enthusiasmus nicht. Er blickte von dem Mädchen, das neben ihm gesessen hatte, zu Phil. Der lockige Hinterkopf schimmerte im Licht und Lachen drang zu ihm herüber.
  „Mr. Silver.“ Verdammt! Hatte er so verloren ausgesehen?
  Langsam drehte er sich zu dem Lehrer, der direkt neben ihm stand und ihn mit freundlichen Krähenfußaugen ansah.
  „Er kann gerne zu uns in die Gruppe kommen.“ Phils übereifriges Winken jagte einen Schauer des Unwohlseins über seinen Rücken. Super Idee.
  „Wunderbar!“ Mr. Holder fragte gar nicht erst nach Mortens Einverständnis. Er notierte sich etwas, klappte den Block laut zu und damit war es besiegelt.
  Morten folgte der Vierergruppe mit etwas Abstand. Phil lief zielstrebig voraus, als würde er nicht sein halbes Leben in einem deprimierenden Schulgebäude verbringen. Daneben lief ein größerer Junge, dessen schwarzes Haar zu einem glatten Pferdeschwanz gebunden war. Morten hatte mehrere Fächer mit ihm. Auch die beiden Mädchen dahinter hatte er schon einmal gesehen. Sie gingen so dicht nebeneinander, als würden sie zusammenkleben. Für eine Sekunde überlegte er, sich wieder mit Musik zu beschallen. Sehr lauter Musik. Doch dann wendete Phil sich an ihn:
  „Übrigens, schön dich dabei zu haben. Ich bin Phil, wie du bestimmt schon mitbekommen hast.  – Wir haben Chemie zusammen“, sagte er an die anderen gewandt. „Das sind Lynn und Amalia“, er deutete auf die Mädchen.
  Die Kleinere mit dünnem rotem Haar zuckte beim Klang ihres Namens zusammen. „Ich hab‘ dir gesagt, dass du mich Amy nennen sollst!“
  Phil hob entschuldigend die Hände. „Und das hier ist Mika.“ Er klopfte dem Schwarzhaarigen von hinten auf die Jeansjacke. „Er ist etwas schüchtern, aber keine Angst, er beißt nicht, wenn man ihm zu nahekommt.“
  Ausweichend schaute Morten sich um. Der restliche Kurs war tiefer in den Wald gegangen, sodass ihre Stimmen langsam zwischen den Bäumen verklangen. Irgendwo plätscherte Wasser. Er konnte die Blicke auf sich spüren. Zum ersten Mal hatten sie die Chance, ihn aus der Nähe zu studieren. Wie ein Zootier, das an der Glasscheibe entlanglief. Hey kommt doch her! Schau zu uns! Mach Männchen! Sprich mir nach! Oh, wie sein Fell glänzt!
  Aber Phil hatte sich getäuscht, wenn er glaubte, ihn mit so einem billigen Manöver aus der Reserve zu locken. Er war immer noch gut darin, sich im Hintergrund zu halten. Sie würden gar nicht merken, dass er bei ihnen war.
  Bevor die Stille zu unangenehm werden konnte, ergriff Phil wieder das Wort: „Morten hier kommt aus England. Er ist nicht schüchtern, aber lässt sich nicht gerne zum Reden herab.“
  Es kostete ihn alle Kraft, das abfällige Schnauben nicht herauszulassen, das sich heiß in seinem Inneren hocharbeitete. Stattdessen brachte er ein verkrampftes Lächeln zu Stande. Scheinbar stellte es die Anwesenden zufrieden, denn sie setzen sich langsam wieder in Bewegung.
  „Heißt das, du bist gerade erst rübergekommen?“ Lynn und Amy hatten ihn zwischen sich genommen. Kein Fluchtweg in Sicht. „Du musst nichts sagen, wenn du nicht magst. Ein Nicken oder Kopfschütteln reicht.“ Sie kicherten.
  Morten konzentrierte sich vollständig auf die Atmung. Ganz langsam und tief. Schön ruhig bleiben. Er hätte Mr. Holder sagen sollen, dass er lieber in jede andere Gruppe gegangen wäre. Andererseits hätte er dann die Vorstellung verpasst. Ich bin Phil, wie du bestimmt schon mitbekommen hast. Guter Witz. Wirklich. Ob er das im Spiegel geübt hatte, nur für den Fall?
  „Ach komm. Ein bisschen Konversation wird dir schon nicht schaden.“ Die zu seiner Rechten, Amy, wagte es tatsächlich ihn leicht anzustoßen.
  „Benehmt euch ihr beiden“, forderte Phil. Einige Augenblicke lief er prüfend rückwärts und Morten hätte schwören können, dass er ihm auffällig unauffällig zuzwinkerte. Nicht zum ersten Mal verfluchte er sein Vergangenheits-Ich für dessen Entscheidungen. Er hätte Phil im Outlaw allein lassen sollen. Dann hätte er jetzt nicht diese Fragen am Hals, nicht diese neugierigen Blicke auf seiner Haut und nicht diesen Mitschüler im Kopf, der ihn ständig an gewisse Abende erinnerte. Nirgends hatte ein „Zimmer frei“-Schild gehangen, aber Phil hatte sich trotzdem eingenistet und tauchte jetzt zu den unpassendsten Momenten mit einem aufmunternden Lächeln oder einem Glas Gin in der Hand auf, egal wie oft er vor die imaginäre Tür gesetzt wurde.
  Sie gelangten an eine Öffnung. Nicht weit unter ihnen, an den steil abfallenden Hängen plätscherte ein Bach. Das Wasser musste einst eine große Kraft besessen haben, denn es hatte mit den Jahren ein Loch in den Stein gegraben, sodass eine natürliche Brücke zurückgeblieben war, jetzt abgebrochen und wie ein Kunstwerk an dieser lichten Stelle drapiert.
  „Wir malen hier“, bestimmt Phil und klang selbst dabei freundlich.
 „Aber wir sind viel zu hoch. So macht die Perspektive keinen Sinn“, beschwerte sich eins der Mädchen. Diesmal konnte Morten ein Augenrollen nicht verhindern. Er machte einige Schritte auf den Abgrund zu. Ohne zu zögern, schob er Äste beiseite, lief zurück, dann voraus. Vorsichtig stieg er über Brennnesseln und rutschte kontrolliert den Hang hinunter, wo er rechtzeitig vor dem Kiesbett zum Stehen kam. Nein. Er würde nicht zu ihnen hochschauen, wollte die Diskussion über die Gefahr, vom Pfad abzuweichen, nicht hören. Schnell zog er den Rucksack von der Schulter und nahm Platz auf dem nächsten großen Stein. Die Oberfläche war kühl. Er holte den Zeichenblock hervor und kramte nach den Bleistiften, da hörte er ein schrilles Quieken und kurz darauf das Geräusch rutschender Erde. Was wie ein Wildschwein klang, stellte sich als Phil heraus, der ungelenk den Hang hinunterstolperte. Morten gluckste belustigt. Vom einsamen Wolf zum Rudelanführer, dachte er. Aus dem Augenwinkel beobachtete er, wie die restlichen Drei nachkamen und sich in einem Halbkreis setzen.
  Sie fanden ihren Platz, genau wie die Linien auf seinem Papier. Er hielt mit Leichtigkeit die komplexe Verzweigung der Äste fest, wie das Laub durch die Luft segelte und die Brücke sich über dem flachen Wasser zu senken schien. Selbst der kaum benutzte Malkasten war kein Feind mehr, sodass mehr und mehr Pinselstriche Farbe brachten. Er stellte sich vor, wie Wildtiere hier an anderen Tagen vorbeikamen, an Tagen ohne nervige Schulklassen, die die natürliche Ruhe störten. Was würde er nicht dafür geben, mal einen lebendigen Fuchs zeichnen zu dürfen?
  Er ließ den Nacken kreisen. Morten hatte ein Problem. Nun, nicht direkt ein Problem, mehr eine Schwierigkeit. Die Kiesel knackten unter seinen Sohlen, als er aufstand. Phil, der im Schneidersitz auf einem grauen Sweater saß, sah ihn an. Morten ignorierte die Frage in seinem Blick und steckte sich eine Zigarette an. Außer Sicht stellte er sich hinter einen Baum und öffnete die Hose. Los geht’s. Abgeschwächt, aber vorhanden schoss der Schmerz an die Oberfläche. Es war schnell vorbei. Eigentlich sollten die Symptome verschwunden sein. Streng genommen waren sie das auch gewesen, sodass er aufgehört hatte, die Antibiotika zu nehmen – wahrscheinlich zu früh. Und jetzt war das Brennen wieder da und die Reste des teuren Tablettendöschens ein stummer Vorwurf.
  Als er zwischen den Bäumen hervortrat, hatte er die Gleichgültigkeit seiner Miene wiederhergestellt. Auf dem Boden begrüßte ihn der einsame Sweater, doch nicht nur Phil, alle hatten ihre Plätze verlassen.
  „Du bist ein Genie! Hast du das alles wirklich in der kurzen Zeit gemalt?“ Sie drängten sich um Mortens Bild herum, der nur mit den Schultern zucken konnte. 
  „Du musst uns zeigen, wie du das gemacht hast!“ Lynn hatte das Bild vorsichtig in die Hand genommen.
  „Es ist nicht so schwer“, murmelte er. Ein letztes Mal zog er an der Zigarette, bevor er sie ausdrückte und sich hinsetzte. Mit dem Block auf dem Schoß tauchte er die Pinselspitze ins Wasser; er war sich bewusst, dass jede seiner Bewegungen beobachtet wurde. Die korrekte Umsetzung auf Papier erforderte eine gewisse Konzentration und er zweifelte daran, dass die anderen dazu in der Lage waren. Trotzdem ließ er sich nicht beirren und suchte zuerst ein passendes Motiv. Sein Blick blieb an einem Ast hängen, der wahrscheinlich beim letzten Gewitter angebrochen war. Kurz hob er den Daumen, um ein Gefühl für die Größe des Asts zu bekommen. Ein wirklich großer Teil des Malens war es, die Proportionen richtig zu übertragen und natürlich, die Perspektive korrekt wiederzugeben. Viele neigten beispielsweise dazu, den Horizont zu hoch anzusetzen. Für ein paar Sekunden verinnerlichte er die genaue Form des Asts, zog gedanklich Hilfslinien, merkte sich Schatten und den Winkel der Aufzweigungen.
  Beinah gefühlvoll strich er mit der Pinselspitze am Becherrand entlang, ließ zwei dicke Tropfen ins Wasser rinnen und nahm anschließend die Farbe auf. Erneut blickte er auf, verglich, ob er auch an der richtigen Stelle ansetzte und machte den perfekten Strich. Er verstand, wie dieser Vorgang als Magie wahrgenommen werden konnte, aber das stumpfe Abbilden der Realität befriedigte ihn keineswegs.
  „Für den Rest ist Mr. Holder zuständig“, versuchte er sie abzuwimmeln. Das allgegenwärtige Lächeln verschwand für den Bruchteil einer Sekunde aus Phils Gesicht, doch dann klatschte er einmal in die Hände.
  „Ich denke, es ist Zeit für eine Pause.“ Er holte etwas aus seiner Tasche, während die Mädchen ihre Schuhe auszogen und Mika seinen Pferdeschwanz richtete. „Wer möchte?“ Tatsächlich musste Morten zwei Mal hinsehen, denn er konnte nicht so Recht glauben, was er sah. Es stimmte. Sein Mitschüler hielt tatsächlich einen Flachmann hoch.
  „Hast du den deinen Großeltern geklaut oder was?“, rutsche es ihm raus.
 „Nein“, antwortete Phil schelmisch näherkommend. „Nur hinten in einem Schrank gefunden und …“, er überlegte, „ausgeliehen.“
  Morten schnupperte an der Flüssigkeit. Eine scharfe Wachholdernote schlug ihm entgegen. Gin. Wer hätte gedacht, dass der brave Junge auf solche Ideen kam? Eigentlich sollte ich nicht überrascht sein. Er nahm einen großen Schluck und reichte den Flachmann weiter. Auch Mika trank ohne das Gesicht zu verziehen. Er nickte Morten aufmunternd zu, bevor auch er die Füße im Wasser abkühlte. Vielleicht war heimlicher Alkoholkonsum normal in dieser Gruppe. Ein gemeinsames Geheimnis konnte zusammenschweißen.
  „Ich wünsche, ich könnte so gut malen wie du.“ Phil hatte locker gesprochen, aber Morten bemerkte den unsteten Blick und die hochgezogenen Schultern. Muss ich darauf antworten? Gab es überhaupt eine sinnvolle Antwort auf solche Phrasen, die sich durch alle Generationen an Kunstkursen wiederholten?
  „Übung hilft.“
  Phil nahm einen ersten Schluck Gin. „Vielleicht könntest du mir Nachhilfe geben?“ Morten wusste, wofür „Nachhilfe“ stand. Wow. Das ging schnell. Ein Schluck reichte scheinbar, den anderen in einen Schwerenöter zu verwandeln. Kein Wunder, dass das Zeug so gefährlich gerochen hatte. Er steckte sich eine neue Zigarette an.
  „Du solltest wirklich nicht so viel rauchen.“
  „Dein Ernst? Du möchtest eine Diskussion über Drogen mit mir führen? Wer hat denn den Alkohol mitgebracht?“ Abstand! Er brauchte dringend mindestens zwei Quadratmeter für sich. Wie soll ich Freunde finden, Dad, wenn so viel Mist geredet wird?
  Doch bevor er die Flucht ergreifen konnte, hatte Phil ihn schon sitzengelassen. Überrascht schaute er zu, wie der andere sich eilig zum Rest gesellte. Schisser. Eine Wasserschlacht brach aus, bei der mehr Gin herumgereicht wurde. Schweigend beobachtete er das kindische Spiel bis ein Tropfen auf sein Bild spritzte. Impulsartig hob er es auf, wollte es in Sicherheit bringen, doch dann zögerte er. Ja, er hatte die Perspektive und die Details einigermaßen gut eingefangen, aber das Motiv ödete ihn an. Es war so einfallslos. Er trat die Zigarette aus, trennte das Blatt aus dem Block und warf es mit einem Schrei von sich.
  Stille. Vier aufgerissene Augenpaare starrten auf das schief durch die Luft segelnde Papier; beobachteten wie sich seine Brust hob und senkte. Amy bewegte sich zuerst. Stolpernd hastete sie nach vorn, die Arme ausgestreckt, als wolle sie einen vom Himmel fallenden Elefanten fangen. Doch längst war es zu spät.
  „Warum zum Teufel hast du das getan?“ Amys zitternde Fingerspitzen hielten das ruinierte Werk umklammert. Morten lachte über die verschwimmenden Farben und das sich sofort wellende Material.
  „Behalte es, wenn du willst.“ Seine Stimme war trocken. Im vollen Bewusstsein darüber, dass weiterhin jede seiner Bewegungen beobachtet wurde, kippte er das Malwasser aus, schloss den Farbkasten laut und warf alle Malutensilien in seinen Rucksack. Was für eine beschissene Idee dieser Ausflug gewesen war! Genug von Farben. Er brauchte diesen Kurs nicht, er konnte das doch eh alles!
  Das Geräusch des zuklappenden Farbkastens hatte die anderen in die Realität zurückgebracht. Aufregend schwatzend umschwärmten sie Amy, die langsam das Wasser verließ. Niemand bemerkte, wie er auf den Stein zurücksackte. Wenn er den Abschluss machen wollte, brauchte er diesen Kurs sehr wohl. Er warf einen letzten Blick auf das Bild, das gerade in die Sonne gelegt wurde. Heute würden sie alle damit leben müssen, dass er nichts vorzuzeigen hatte.

Außer Atem erreichten sie das Plateau, wo der restliche Kurs sie genervt begrüßte. Eine Viertelstunde Verspätung – mindestens. Einzig Phils Talent, Erwachsene selbst beim Telefonieren um den Finger zu wickeln, war es zu verdanken, dass sie nicht vor versammelter Mannschaft zurechtgewiesen wurden. Die Schweißflecken unter Mortens Achseln nervten genauso, wie die an der Stirn klebenden Strähnen. Nicht nur ihm hatte der Umweg, den sie zwangsweise hatten hinnehmen müssen, den letzten Nerv gekostet. Selbst Phil war auffallend schweigsam gewesen.
  Er konnte sich nicht auf die Lehrkräfte konzentrieren, weshalb er sich brav einreihte und der Gruppe folgte, als sie sich in Bewegung setzte. Immerhin trocknete der Wind, welcher hier zwischen den Bäumen angenehm pfiff, den Schweiß. Der Weg endete an einem Turm, wo ihnen alle unwichtigen Details über die örtliche Gesteinsvorkommen, die sowieso auf den vergilbten Informationstafeln standen, nähergebracht wurden. Danach verteilte sich der Kurs erschöpft um die langen Tische, während Mr. Holder die Bilder einsammelte.
  Morten hatte Übung in diesen Situationen. Ruhig ließ er die Eiskarte sinken und sah dem Lehrer in die Augen. Ausatmen, einatmen. „Ich fand Ihren Ansatz mit den Herbstfarben kindisch und habe die Übung nicht gemacht.“
  Die Krähenfüße seines Gegenübers verzogen sich seltsam, die Lippen schmatzten, doch bevor sie Antwort formulieren konnten, mischte Phil sich sein: „Das ist nicht wahr, Mr. Holder! Morten hat sogar ein besonders schönes Bild gemalt, aber der Wind hat es in einen Bach geblasen.“
  „Nun. Ist das die Wahrheit, Mr. Silver?“
  Doch Morten nahm ihn kaum wahr. Was sollte das jetzt wieder? Er fixierte seinen Mitschüler mit einem tödlichen Blick und verschränkte die Arme.
  „Ich habe genug davon, dass du mich bemutterst.“
  „Aber ich will doch nur helfen. Er hat wirklich etwas gemalt.“ Mika und Lynn nickten zustimmend.
 „Ich brauche deine verdammte Hilfe nicht.“ Morten schlug mit der Faust auf den Tisch. Mehrere Köpfe drehten sich zu ihnen. Bevor jemand eingreifen konnte, packte er sein Gegenüber am Kragen. Dann kamen die Hände in Bewegung, zogen ihn zurück und hielten ihn in seinem Platz. „Er lügt“, wendete er sich an seinen Lehrer, während er gegen die Fesselung ankämpfte. „Er will sich nur bei mir einschleimen, damit ich das mit dem Gin nicht verrate.“
  Die Hände ließen los. Jetzt lag Mr. Holders Blick auf Phil. Überraschend gefasst fragte er: „Mr. Samson, haben Sie Alkohol getrunken?“
  Phil sah verzweifelt in die Runde. Dann nickte er, um Zentimeter kleiner.

Sie betraten einen Konferenzraum mit grauem Teppich und Rednerpult. Phil stand mit großem Abstand zu ihm, gesenkte Schultern und verschränkte Arme. Die Situation erinnerte ihn zu sehr an das Gespräch auf seiner alten High School. Das alles entscheidende Gespräch. Man musste Phil nur durch das Mädchen austauschen, das mit ihm erwischt worden war. Eine andere Person, dieselbe Haltung, dieselbe Scham. Und auch diesmal wusste er nicht, was er denken sollte. Er warf einen Blick durch das einzige Fenster.
  „Ich werde Ihre Eltern informieren müssen.“ Mr. Holder klang müde. Seufzend zog er einen Stuhl heran und ließ sich darauf fallen. „Auch auf einem Ausflug müssen wir uns an die Schulregeln halten.“ Er sah die Teenager abwechselnd an. „Ist noch etwas vom Alkohol übrig?“
  Phil nickte wieder.
 „Gut. Ich vertraue darauf, dass Sie mir den Rest aushändigen.“ Ein weiteres Nicken.
 „Haben Sie den Alkohol außer Mr. Samson noch anderen angeboten?“
 „Nein. Ich habe ihn ganz allein getrunken.“ Selbst jetzt deckt er seine Freunde noch.
Und mich. Zum ersten Mal sah Phil auf. Seine Augen waren feucht. Morten schluckte. Vielleicht hätte er nicht so hart sein sollen, aber die Wut sprühte weiter Funken, flammte auf, ihr Rauch jegliches Mitleid erstickend.
  „Sie haben Glück, dass sie bisher nicht negativ aufgefallen sind, aber sollte etwas Ähnliches erneut vorkommen, könnte ein Schulverweis drohen. Wir haben keine Toleranz für Drogen.“
  „Und was Sie angeht …“ Mr. Holder hatte sich zu ihm gedreht. „Wir haben hier genauso wenig Toleranz für Arbeitsverweigerung. Von Gewalt ganz zu schweigen. Ich weiß, Sie sind noch neu und es dauert, sich einzugewöhnen – doch das ist nicht der Weg.“ Morten blinzelte. Der Weg wohin? Zu einer glorreichen Zukunft an dieser Schule?
  „Für heute werde ich Ihnen ein F aufschreiben. Hoffentlich muss ich mich nicht bald schon wiederholen. Sie sind schließlich kein Erstklässler und sicherlich gewohnt, Aufgaben zu machen, auf die Sie keine Lust haben. Und finden Sie Wege mit Ihren Aggressionen umzugehen. Fangen Sie mit Sport an. Ich habe gehört, die Fußballmannschaft sucht neue Mitglieder. Klingt das nicht gut?
  Aber es wäre mir unlieb, wenn diese Schule es bereuen würde, Sie aufgenommen zu haben.“ Sein Blick wechselte erneut zwischen den beiden hin und her. „Wir respektieren uns hier, selbst wenn jemand einen Fehler machen sollte. Wie heißt es im Schulmotto? …“
  Die Bäume draußen wogen sich sanft im Wind. Morten wäre gerne zwischen ihnen, langsam in den Schatten verschwindend – Hauptsache nicht in diesem Raum sein, ihm nicht die Hand reichen zu müssen.
  „Mr. Silver, hören Sie mir zu?“
  Fuck, er wusste, dass er auf dünnem Eis war, aber er konnte nicht anders. Er war nicht bereit, sich zu beruhigen. „Ich habe aufgehört, zuzuhören, weil mich Ihr Vortrag gelengweilt hat.“
  Phils Mund klappte auf.
 „Ich glaube, Sie sind betrunken“, sagte Mr. Holder kopfschüttelnd. Ich wünschte, es wäre so. Dann wäre das alles hier erträglicher.
  „Wieso machst du es noch schlimmer?“, flüsterte Phil, für einen Moment vergessend, wer ihn diese Lage gebracht hatte.
  „Mr. Samson, seien Sie ehrlich, hat Ihr Mitschüler Sie zum Alkoholtrinken überredet?“ Wow. Das war ein neues Tief.
  „Was? Nein, ich habe Ihnen bereits gesagt, dass es allein meine Idee war.“ Selbst für Mortens Ohren klang das nicht überzeugend.
  „Und Sie wollen damit wirklich niemanden decken? So wie sie es auch wegen des Bildes versucht haben?“
  Diese Entwicklung gefiel Morten nicht. Er presste die Lippen aufeinander. „Wenn Sie mir etwas vorzuwerfen haben, dann wenden Sie sich gerne direkt an mich.“ Er funkelte seinen Lehrer an. „Ansonsten würde ich jetzt gerne die Toilette benutzen.“

Hinterlasse einen Kommentar