2. Oktober
I
Die Plattform des Astronomieturms war so kalt, dass Lionel seinen Atem sehen konnte. Seit einer Woche ging er nicht mehr ohne Schal hinaus, aber hier oben fand der Wind jede noch so kleine Lücke in den Stoffschichten, um die Klasse der gnadenlosen Oktoberluft auszusetzen. Immerhin half das Gefühl abfrierender Fingerspitzen sowie das Hinaufsteigen der unzähligen Treppenstufen für eine Unterrichtsstunde gegen die Müdigkeit.
Eigentlich fiel ihm das Aufbleiben nicht schwer, aber seit er einen Besen besaß, kam es häufiger vor, dass er es nur knapp wieder rechtzeitig ins Schloss schaffe und so langsam bekam er den Schlafmangel zu spüren. Es gab da draußen einiges zu sehen, so viele vergessene Orte und gemütliche Dörfer. Bisher machte ihm das sichere Fliegen noch zu schaffen, weshalb er zwar immer in der Nähe bliebt, aber ein ums andere Mal die Zeit vergaß. Jetzt verfluchte er sich dafür, im Morgengrauen vor den anderen Jungs im Schlafsaal aufgestanden zu sein.
Die Klasse verteilte sich am Rand der Plattform, Lionel blieb zurück. Natürlich hatte er kein eigenes Teleskop. Niemand hatte ihm gesagt, dass er eines brauchen würde. Er wischte sich die Halbglasbrille am Umhang sauber, als sich Professor Shah näherte. Lionel musste schmunzeln als er an ihren Vortrag von eben dachte. Er mochte es, wenn Lehrkräfte starke Meinungen vertraten und ihr Seitenhieb gegen die Wahrsagerei hatte ihn amüsiert – selbst wenn er die Aussicht Sternenbilder zu suchen, zum aktuellen Zeitpunkt nicht reizvoller fand.
Er mochte ihre Ehrlichkeit etwas weniger, als sie sich gegen ihn richtete. „Sie können nicht für immer der Neue sein.“ Autsch. Er würde hart arbeiten müssen, um sie von seinem Talent zu überzeugen.
Amit wirke weder sonderlich müde, noch schien die Kälte ihm zuzusetzen. Diese erste Stunde seines offensichtlichen Lieblingsfachs machte ihn regelrecht euphorisch. Ohne Widerworte trat er zur Seite als Lionel ihm zugeteilt wurde und ließ ihn durch die Linse schauen. Zögerlich beugte er sich vor. Seit der Bibliothek hatten sie nicht mehr miteinander gesprochen und plötzlich waren sie sich wieder so nah. Sein müdes Gehirn hatte Probleme, sich auf das Scharfstellen zu konzentrieren, doch natürlich duldete Professor Shah keine Hilfe. Dabei wäre es schön gewesen, hätte Amit sich über ihn gebeugt, seine Hand genommen und sanft die kleinen Rädchen eingestellt … Bei dieser Vorstellung war Lionel nicht mehr ganz so kalt.
Und er musste zugeben, dass es ein befriedigendes Gefühl war, alles richtig auszurichten, um mit dem Anblick eines vollständigen Sternenbildes belohnt zu werden. Vielleicht war Astronomie doch nicht so schlimm. Er trat zurück und kurz kreuzten sich seiner und Amits Blicke. Die Realität der kalten Oktobernacht hatten den Ravenclaw offensichtlich eingeholt. Etwas gebeugt stand er da und rieb sich mit zitternden Fingern die Arme. Er erwiderte Lionels Lächeln nicht, der trotzdem in seiner Nähe stehen blieb.
Sobald sich Professor Shah endlich ihrer erbarmte, liefen die Schüler und Schülerinnen los. Dabei streifte Amits Ellbogen wie zufällig Lionels Arm. Er konnte trotz der Mäntel genau fühlen, wo ihre Körper sich berührten. Lionel war sich sicher, wären sie nicht an der frischen Luft, hätte er jetzt den Geruch des anderen wahrnehmen können. Stattdessen konzentrierte er sich auf das tiefe Kribbeln, das vom Arm zum Bauch wanderte und sich von dort aus überall verteilte. Sein Herzschlag kam ihm so unglaublich laut vor. Es war ein Wunder, dass niemand ihn seltsam ansah. Über die Ereignisse der letzten Tage hatte er beinah vergessen, wie verknallt er in Amit war.
Ich habe jetzt keine Zeit für sowas! Ein Teil von ihm wollte weiter so dicht neben dem anderen herlaufen und jede noch so kleine Sekunde Nähe tief genießen, doch er hörte nicht darauf und lief schneller. Gähnend strich er sich das ungekämmte Haar zurück. Es war wirklich Zeit, in den Schlafsaal zurückzukehren.
„Entschuldigung, hast du einen Moment?“
Verwirrt blickte Lionel zurück. Wurde dieses Nachrufen jetzt zur Gewohnheit? Amit stand weiterhin auf der Plattform, die große Tafel mit den Runen und Sternenzeichnungen darauf im Rücken. Seufzend atmete er ein und lief zu seinem Mitschüler zurück. Heute würde das mit dem Schlafen offensichtlich schwer werden.
„Oh hallo, ich bin Amit. Wir haben Zaubertränke zusammen. Glücklicherweise gab es in diesem Kurs noch keine Explosionen.“ Ist das sein Ernst?
Lionel war der festen Überzeugung Amit würde ihn auf den Arm nehmen, aber dann dämmerte ihm, dass sein Mitschüler wirklich glaubte, er würde sich nicht erinnern. Oh Mann, du hast keine Ahnung! Außerdem, selbst wenn ich die Zaubertrankstunde vergessen hätte, hat Professor Shah dich doch eben mit Namen angesprochen! Ich habe Ohren!
Wie konnte jemand so kluges so unglaublich verschroben sein? Es war nicht zum Aushalten, wie niedlich das war! Aber auch peinlich. Es machte schon Sinn, dass Amit nicht in Hufflepuff war.
„Es ist immer schön, dich wiederzusehen.“ Und jetzt raus mit der Sprache Schätzchen, denn ich möchte in mein Bett!
Als hätte Amit seine Gedanken gelesen, zögerte er nicht lange und bat ihm sein altes Teleskop an. Kurz schmunzelte Lionel über die in seinen Augen vorhandene Zweideutigkeit, dann nahm er das Angebot ohne Zögern an. Amit war genau der Typ, dem er zutraute, ein Reserveteleskop zu haben, nur um sicher zu gehen. Außerdem war er froh, sich das Geld sparen zu können. Dem kleinen Vortrag über das „absolut beste Teleskop von dem er sicher gehört hatte“ lauschte er nur mit einem Ohr. Ob Amit wusste, dass er die letzten vier Jahre auf eine Muggelschule gegangen war, an der es keine einzige Stunde zu Teleskoptechnik oder Sternenbildern gegeben hatte? Dennoch schmeichelte es ihm, welches Wissen der andere ihm zutraute.
„Das Teleskop steht im Lagerraum direkt unter uns. Nicht zu übersehen.“ Ach so ist das. Wenn ich es benutzen will, muss ich es mir selbst holen. Gut, er konnte es verstehen. Wer lief schon freiwillig mehrfach diese ganzen Treppen? „Komm danach zu mir. Ich möchte etwas mit dir besprechen.“
Natürlich konnte Amit damit nichts ihre Beziehung betreffend meinen. Nein, selbst Lionels verträumter Part glaubte nicht daran. Dennoch machte sein Herz Sprünge während er die Treppe hinunterstieg.
II
„Glaubst du wirklich, es ist in Ordnung?“, fragte Amit zum mittlerweile zweiten Mal. Das Gras rauschte leise im Wind und ein paar Eulen flogen über sie hinweg. Lionel zog den Umhang enger, auch wenn der Wind hier weniger beißend war.
„Es war deine Idee und wir haben wir die Erlaubnis von Professor Shah.“ Eine Feldmaus huschte über den Weg und verschwand zwischen den hohen Gräsern. „Außerdem verlassen wir nicht mal das Schulgelände.“
Im Lichtschein ihrer Zauberstäbe konnte Lionel sehen, wie Amit einen Moment mit sich haderte. Schließlich siegte der Entdeckerdrang. „Ok, dann mal los! Das wird bestimmt aufregend.“ Ohne Vorwarnung rannte Amit voraus in Richtung eines niedrigen Abschnitts der Schlossmauern. Hey warte! Nach wenigen Metern hatte er den anderen eingeholt. Er war immer schon ein guter Sprinter gewesen, der zweitbeste der Klasse. Lachend klopfte er Amit auf den Rücken, der sofort langsamer wurde. Sie sahen sich in die Augen und diese paar Sekunden war es als würde die Welt stillstehen. Er vergaß Rookwood und die Kobolde, kümmerte sich nicht um die mysteriöse alte Magie oder wie er all die Zaubersprüche nachholen sollte. Er nahm Amits dunkles Haar wahr, das gerade wieder nach vorne fallen wollte, die hellen Zähne und die vollen Lippen. Er stellte sich vor, wie es wäre, sie zu küssen und ganz kurz lag etwas Undefinierbares in Amits Ausdruck, aber dann löste er den Blickkontakt.
„Es heißt, die Standorte der Altäre wurden einst von Zentauren zur rituellen Sternenbeobachtung markiert.“ Und der Moment war fortgewischt. Ach ja, der Astronomiealtar. Deswegen waren sie hier. Lionels Konzentration war definitiv nicht mehr auf dem Höchstlevel. Aber wie hätte er das Angebot nachts alleine mit Amit in die Sterne zu gucken, ablehnen sollen?
Sie verließen den Trampelpfad und hatten die Mauer jetzt beinah erreicht, doch bisher war nichts Ungewöhnliches darauf zu erkennen. Der andere drehte sich zu ihm um.
„Es ist schön, die Sterne mal in Gesellschaft zu erforschen.“ Wieder schoss dieses intensive Kribbeln durch Lionel. Es war schwer, Amit nicht augenblicklich in eine leidenschaftliche Umarmung zu ziehen.
Sie fanden eine Stelle, an der sie die Mauer leicht erklimmen konnten, aber Lionel merkte sofort, dass Amit beim Anblick des heruntergekommenen Außenturms der Mut verließ. Ohne zu zögern, übernahm er die Führung und stieß die Tür auf. Der Raum dahinter war offensichtlich seit langer Zeit nicht betreten worden, gemessen an der dicken Staubschicht, die auf allem lag. Beinah stieß er sich den Kopf an einem Paar von der Decke hängender Vasen, doch ansonsten gab es wie erwartet keine Gefahren.
„Hier sind nur ein paar Spinnenweben und etwas Staub“, rief er seinem Mitschüler zu, der hinter ihm durch den Türspalt schielte. „Und eine eingesperrte Badewanne!“ Er lachte.
Zögerlich kam Amit hinein und blieb sofort stehen als er die lebensgroße Statue einer verhüllen Figur entdeckte. „Irgendwie unheimlich“, stellte er fest, schloss aber zu Lionel auf, der sich von der Badewanne abwendete und die Kisten mit dem Zauberstab ableuchtete.
„Hast du dich noch nie nachts irgendwo hingeschlichen?“ Das machte doch jeder Teenager irgendwann einmal.
„Welchen Grund sollte ich dafür haben mich wegzuschleichen? Meistens haben die Erwachsenen nichts dagegen, wenn ich für meine Sternenstudien raus gehe. Oh, du meinst, um etwas Verbotenes zu tun?“ Bei diesen Worten, blickte er nervös von links nach rechts.
„Auch nicht, um dich mit jemandem zu treffen?“ Oh, er musste das einfach fragen! Wenn Amit ihm jetzt von einer hyperintelligenten Brieffreundin erzählen würde, die er plante eines Tages zu heiraten, würde es das Ganze vielleicht einfacher machen. Ein lachendes Kopfschütteln war die einzige Antwort. Als wäre die Vorstellung, dass sich jemand freiwillig mit ihm treffen würde vollkommen lächerlich.
„Können wir jetzt weitgehen?“ Amit trat nervös von einem Fuß auf den anderen. Lionel hastete zur Tür und hielt sie ihm auf. Hier gab es sowieso nichts mehr zu sehen.
Sie betraten einen vergleichbaren Mauerabschnitt, der wieder von einem achteckigen Turm unterbrochen wurde.
„Nicht noch so ein dunkler Raum“, murmelte Amit und schob sich hinter ihn. Ich hätte nicht gedacht, dass er so ein Schisser ist. Der zweite Turm war unspektakulärer. Weder Skulpturen noch irgendwelche undefinierbaren Gegenstände konnte Lionen in der staubigen Luft ausmachen. Er entdeckte bloß eine Werkbank und ein paar vergessene Instrumente in der Ecke. In einer alten Kiste fand er sogar etwas Geld. Ungläubig stand Amit daneben als er den Deckel anhob und hineingriff. Mit einer halben Drehung richtete Lionel danach den Zauberstab auf das große Spinnennetz, das ihnen den Weg versperrte. In hunderten kleinen Funken verbrannten die Fäden sekundenschnell und dann war es plötzlich dunkel.
„Glaubst du, dass hier Spinnen lauern?“ Die Stimme war ein Hauchen.
„Doch nicht so nah bei der Schule“, versuchte Lionel, ihn zu beruhigen. Und auch wenn er seine Worte glaubte, lauschte er sicherheitshalber kurz in die Dunkelheit.
„Hast du eigentlich nie Angst?“ Er spürte, dass der andere nähergetreten war.
„Nicht so viel, nein“, antwortete er und stieß schnell die Tür auf. Mit der frischen Nachtluft offenbarte sich auch eine Art steinerner Tisch, nur wenige Schritte vor ihnen.
„Da, da ist der Altar!“ Amit hatte tatsächlich Recht behalten. Plötzlich wieder vollkommen angstfrei, lief er voraus und betrat die runde Plattform. Beinah liebevoll strich er über die glatte Oberfläche, in die eine einfache Sternenkarte eingemeißelt war.
„Ist er nicht wundervoll?“
Sie waren ganz in der Nähe des Stadions. Die bunten Tribünen wirkten im milden Schein des Mondes grau und identitätslos. Lionel konnte sich nur schwer vorstellen, von dort ein Quidditchspiel zu beobachten. Bisher verstand er nicht einmal die Regeln genau. Selbst der magische Teil der Familie war nie sportbegeistert gewesen. Wenn er darüber nachdachte, war seine Mutter grundsätzlich nicht der begeisterungsfähige Typ.
„Ich lasse dir den Vortritt“, riss Amit ihn aus den Gedanken. Es war so offensichtlich, dass er bloß hier war, um zu lernen – und dafür hatte er einen Beschützer gebraucht. Lionel wendete das schlanke Teleskop in den Händen, während Amit irgendwelche Dinge über die Feigheit des Koboldsteinclubs brabbelte. Er zögerte, weil er nicht wollte, dass die Zeit vorbei ging. Egal wie dringend er schlafen sollte oder wie wenig der andere die romantische Stimmung wahrnahm, um für ein paar weitere Minuten in dieser nächtlichen Atmosphäre bleiben zu können, in der potentiell alles passieren konnte, würde er viel geben.
Als er dann doch durch die Linse blickte, verschlug es ihm den Atem. Der Sternenhimmel war weitaus klarer als vom Astronomieturm aus. Tausende Lichter durchzogen die unergründliche Schwärze und sofort erkannte er das gesuchte Sternenbild. Diesmal fiel es ihm leichter, das Teleskop auszurichten.
„Amit, das ist wunderschön. Du musst dir das ansehen.“ Vorsichtig trat er zur Seite und gab sich dabei Mühe, das Teleskop nicht verrutschen zu lassen. Der Ravenclaw war jetzt ganz in seinem Element.
„Oh! Es sind tatsächlich Tore zu weit entfernten Galaxien!“ Er blicke lange durch das Teleskop. Dann ließ er mit einem Schwenk des Zauberstabs eine Rolle Pergament erscheinen und begann eifrig damit, eine detaillierte Sternenkarte zu zeichnen. Lionel beobachtete ihn eine Weile, wie er immer wieder aufstand, um einen weiteren Blick in den Himmel zu werfen und anschließend auf dem Boden knieend das gerade Gesehene festzuhalten. Mit den Sternen konnte offensichtlich nichts konkurrieren. Erschöpft setzte er sich ebenfalls auf den Boden und lehnte sich an den kalten Mauerstein. Neben Amits wiederholtem „faszinierend“, merkte er immer mehr, wie lebendig die Nacht eigentlich war. Der Wind rauschte in den Bäumen, das Zirpen der Grillen war allgegenwärtig und die Eulen jagten. Er konnte selbst diese seltsamen Pilze hüpfen hören. Alles erschien so friedlich. Eine eigene Welt.
III
„Lionel?“ Verwirrt öffnete er die Augen. Amits Gesicht schwebte vor ihm. Sehr dicht vor ihm. Außerdem lag eine Hand auf seiner Brust.
„Sorry“, murmelte er mit schwerer Zunge und richtete sich auf. Ich muss eingeschlafen sein. Sein Nacken fühlte sich gar nicht gut an. Gähnend streckte er sich, sodass der andere zurückwich. Außerdem war es verdammt kalt. Mit klarer werdendem Blick erkannte er, dass Amits Lippen blau angelaufen waren und er am ganzen Körper zitterte.
„Wir sollten gehen“, stellte er fest.
Amit reichte ihm das Teleskop. Er schien das Zittern gar nicht zu bemerken. „Danke für deine Hilfe. Ich werde dich auf jeden Fall in meinen Memoiren erwähnen.“
Lionel wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Der Junge war gerade mal fünfzehn und dachte schon über Memoiren nach? Hogwarts war wahrlich ein verrückter Ort! Zugleich durchzog ein Stich sein Herz. Er wollte nicht nur irgendein Name in Amits Leben sein, den man schnell wieder vergaß. Aber was wünschte er sich stattdessen?
Erneut streckte er sich und versuchte, den Nacken knacken zu lassen. Amit warte schon auf ihn. Schweigend passierten sie die beiden Außentürme und stiegen die Mauer herunter bis Lionel es nicht mehr aushalten konnte.
„Ist dir kalt?“
„Kalt?“, fragte Amit nach, als hätte er ihn nicht richtig verstanden.
„Ja, du zitterst schon.“
Verwirrt sah Amit an sich herunter. Ohne darüber nachzudenken, griff Lionel eine der zitternden Hände und rieb sie zwischen seinen warm. Nach etwa einer Minute tat er mit der anderen dasselbe. Währenddessen schlug sein Herz bis zum Hals und er wagte es nicht, Augenkontakt aufzubauen. Er hatte keine Furcht vor Spinnen oder dunklen Höhlen, aber das hier, dieses Gefühl, ängstigte ihn bis auf die Knochen. Am Ende legte er dem anderen zusätzlich seinen Umhang um die Schultern.
„Aber ich bin nicht in Hufflepuff“, wollte Amit protestieren, doch Lionel ließ es nicht zu.
„Wenn dich jemand sieht, sagst du einfach es wäre von deiner neusten Eroberung“, scherzte er im Versuch, die lockere Stimmung wiederherzustellen. „Außerdem werde ich sicherlich irgendwo einen Neuen finden.“
Vor den Schlosstoren fand Amit die Sprache wieder: „Bevor ich es vergesse. Du kannst noch mehr von diesen Altären im Wald und auf dem Gelände finden. Ich, ich würde mich über deine Erkenntnisse dazu freuen.“
„Wenn ich alle bis zum Ende des Schuljahrs gefunden habe, was gibst du mir dann dafür?“, fragte Lionel zwinkernd. Er öffnete das Tor nicht, denn dann würden sie sich endgültig trennen müssen. Seines Wissens nach lagen die Ravenclaw Schlafsäle in einem Turm, das war nicht gerade auf seinem Weg.
Amit dachte nicht lange nach: „Dann werde ich dir wohl ein ganzes Kapitel in meinen Memoiren widmen müssen.“ Das könnte mir gefallen. „Und die Wissenschaft dankt es dir natürlich auch.“ Er wollte den Umhang zurückgeben, doch Lionel lehnte ab.
„Behalten ihn. So habe ich etwas von dir und du von mir.“ Er war sich bewusste wie kitschig das klang, doch es war ihm egal.
„Schlaf gut.“
„Schlaf du auch gut, Amit.“

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