Zurückkommen

Die Stufen in den Stein gehauen, grob und uneben. Schmale, schwer erreichbare Tritte, als wäre das mein Leben. Mittlerweile sollte ich doch wissen, wer ich bin.
  Eine Überlebende
  Eine Überlebende des Lebens?
Die kleinen Finger klammern sich, wie die einer Fremden, an den kalten Stein. Ich muss das Gleichgewicht wiederfinden, aber der Körper lauscht dem Flüstern meiner Wünsche nicht, setzt sich hin, mit dem Rücken zum Ziel, die nackten Füße in der Luft.
  Ich fühle, wie ich versinke im brennenden Ozean. Kenne die Trümmern nur zu gut, kann kaum mehr sprechen. Und dann denke ich zurück an den Wind, an die Geschichten, die er erzählt hat, an die Tränen, die ich vergossen habe, als ich allein war. Bitte rette mich vor der Dunkelheit.
  Ich glaube, ich habe mich verloren.
Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen, du kannst mein Licht nicht finden. Es ist erloschen. So wandele ich blind durch diesen Garten, die Treppe nimmt kein Ende. Mit Schmerz hat es angefangen und nun sehe ich ein Grab vor mir. Es singt mein Lied, die Melodie einer langen Straße. Ich weiß nicht mehr, wie viele Schritte ich bereits getan habe. Als wären alle Türen verschlossen und ich eingesperrt. Da sind noch all die Fragen übrig.
  Verschwinden die Narben in der Nacht?
Ich habe es nie gewagt hinzuschauen. Du glaubst weiterhin, dass ich stark sei. Es tut mir unendlich leid. Spürst du mein Flehen nicht?
Da ist Asche im langen Haar. Wir haben so viel Schmerz gesehen, wir beide. Ich klammere mich an den Splitter deiner Stimme in mir, das Letzte, was mir geblieben ist, und versuche aufzustehen, weiterzumachen. Manchmal wird die Dunkelheit größer. Die beruhigenden Worte zum Greifen nah, doch der Geist des Selbstvergessens weilt an meiner Seite. Die Stufen sind weiß und kalt, wie Eis.

Aber ist es nicht schön, wenn wir uns alle zur selben Zeit fürchten?

Hinterlasse einen Kommentar